Baden-Wettingen/Mellingen
Neuapostolen feiern nun gemeinsam den Gottesdienst

Die Weichen für die Zukunft gestellt: Die Gemeinden der Neuapostolischen Kirche werden zusammengelegt. Auch die beliebten Freikirchen spüren den Mitgliederrückgang. Da ist die Fusion eine logische Entwicklung.

Dieter Minder
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Die Neuapostolische Kirche an der Altenburgstrasse in Wettingen. Emanuel Freudiger

Die Neuapostolische Kirche an der Altenburgstrasse in Wettingen. Emanuel Freudiger

«Wir wollen starke Gemeinden mit einem aktiven Gemeindeleben», sagt Simon Werren, regionaler PR-Verantwortlicher der Neuapostolischen Kirche. Doch wie die Landeskirchen spürt auch diese Freikirchen den Mitgliederrückgang. «Wir wollen deshalb rechtzeitig die Weichen für die Zukunft stellen.» Eine Konsequenz der Entwicklung, die Kirchgemeinde Mellingen wird mit der Kirchgemeinde Baden-Wettingen zusammengeführt. Die neue Gemeinde zählt gegen 500 Mitglieder, mit zirka 70 Jugendlichen. Betreut werden diese von 22 Seelsorgern.

Die Gemeinde wird gestärkt

Mit der Zusammenführung würden optimale Gemeindestrukturen mit persönlicher Seelsorgebetreuung, Sonntagsschule, Religions- und Konfirmandenunterricht, Jugendaktivitäten, Musik und Gemeinschaftspflege geschaffen. «So stärken wir den Erhalt von freudigen Gemeinden mit bedarfsgerechtem Gottesdienstangebot.» Die Kapelle in Mellingen wird nicht weiter benützt und geht in das Portofolio der Immobilien-Abteilung der Neuapostolischen Kirche Schweiz in Zürich zurück, teilt Werren mit.

Die Gemeinde Baden-Wettingen ist Teil des Bezirks Zürich Nord, der Neuapostolischen Kirche Schweiz. In diesem sind 17 Gemeinden zusammengefasst. Darunter diejenigen von Dietikon, Bremgarten, Brugg-Windisch, Regensdorf und Wohlen.

Es begann an der Kronengasse

Die Neuapostolische Gemeinde Baden wurde 1909 gegründet. Zuerst trafen sich die Gläubigen im Haus Kronengasse 10 in Baden, ab 1915 bei der Familie Berchtold an der Bahnhofstrasse in Wettingen. 1920 folgte ein erneuter Wechsel nach Baden, ins Untergeschoss der Milchhandlung Rüttimann neben dem Landvogteischloss. An dieser Stelle steht heute das umgangssprachlich Melonenschnitz genannte Museum der Stadt. Nach weiteren Wechseln an den Theaterplatz und die Wettinger-strasse konnte die Gemeinde 1958 ihre Kirche an der Altenburgstrasse beziehen. 2004 wurde die Gemeinde Würenlos in die Gemeinde Baden-Wettingen integriert. Mit einem Gottesdienst wurde 2009 das 100-Jahr-Jubiläum gefeiert.

Gottesdienste in der Sust

Im selben Jahr konnte die Gemeinde Mellingen ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Sie war ab 1930 von Baden aus aufgebaut worden. Im Haus Sust, das bis 1910 als Güterhalle für den Schiffsverkehr auf der Reuss gedient hatte, erhielt die Gemeinde 1933 ihr erstes Gottesdienstlokal. 1986 fand der Spatenstich zur eigenen Kirche an der Wallisstrasse statt. 1990 zählte die Gemeinde erstmals 100 Glaubensgeschwister. Ab 1996 wurde mit der Gemeinde Othmarsingen zusammengearbeitet, die 1999 in Mellingen integriert wurde.

Bereits am 27. Januar findet in der Kirche Mellingen der letzte Gottesdienst statt. Am 17. und 20. Februar werden die beiden Gemeinden mit Gottesdiensten in der Kirche Wettingen zusammengeführt.

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