Was die Finanzen betrifft, steht das Kantonsspital Baden (KSB) ziemlich gut da. Wie am Donnerstag bekannt wurde, rechnet das Spital für das abgeschlossene Jahr 2014 mit einem Gewinn von rund 24 Millionen Franken – und das zum dritten Jahr in Folge. In einem längerem Interview gegenüber Radio SRF gab der Spital-CEO Adrian Schmitter anschliessend bekannt, dass der beschlossene Neubau des KSB statt 2023 schon im Jahr 2021 fertiggestellt sein könnte.

Gegenüber der az erklärt er nun genauer, eine «Zeiteinsparung von zwei Jahren» sei zwar möglich, «ob wir den ganzen Zeitgewinn umsetzen können, werden wir aber erst bei der Umsetzung sehen».

Man habe in der Planung des Baus nach Effizienzsteigerungen gesucht und auch welche erkannt. So etwa beim Wettbewerbsverfahren, das beschleunigt werden könnte, oder bei den jeweiligen Bauphasen, die parallel zueinander laufen könnten.

Schmitter will schneller bauen, um die Bauarbeiten mit ihren üblichen Unannehmlichkeiten so kurz wie möglich zu halten. «Der Wettbewerb zwingt die Spitäler dazu, schlanker und attraktiver zu werden», sagt er, und fügt hinzu: «Der Finanzmarkt ist zurzeit ideal, um solch grossen Bauvorhaben finanzieren zu können.» Kapital sei vorhanden, die Zinsen tief.

Dank gutem Ergebnis keine Verzögerung

Wie KSB-Chef Adrian Schmitter klarstellt, habe der mögliche Vorzug des Baus um zwei Jahre aber nichts mit den guten finanziellen Ergebnissen der letzten Jahre zu tun. Oder jedenfalls nicht direkt: Würde das KSB Verlust verbuchen, könnte dies nämlich das Bauvorhaben verzögern, so wie nun beim Kantonsspital Aarau (KSA).

Eines der Hauptgründe für das stets bessere Ergebnis des KSB im Vergleich zum KSA sei denn auch die Infrastruktur: Das Spital in Baden besteht aus einem grossen Zentralgebäude, während dasjenige in Aarau auf 30 Bauten aufgeteilt ist.

Wenn das Gebäude in Baden so gut ist: Warum braucht es dann überhaupt ein neues? «Wir werden tatsächlich beweisen müssen, dass wir ein gleich effizientes Gebäude erstellen können wie das bisherige», sagt Adrian Schmitter, erklärt aber: «Das Gebäude des KSB hat sein Lebensende erreicht.»

Alle technischen Geräten wie etwa die Lüftungen müssten ersetzt werden. Eine Renovierung koste so viel wie ein Neubau. Zudem würde ein reiner Umbau die Arbeit am KSB beeinträchtigen, ein Neubau nebenan hingegen nicht.