Baden
Neue Ausstellung in der Galerie Anixis: «Malen ist für mich ein Abenteuer»

Doris Walser und Florence Rometsch stellen in der Galerie Anixis ihre ausdrucksvollen Gemälde aus. Durch eine Reise durch Arizona seien Walser die Bilder praktisch unter den Pinsel gerutscht.

Ursula Burgherr
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Doris Walser vor einem ihrer ausdrucksvollen Gemälde, die sie in der Galerie Anixis ausstellt.Ursula Burgherr

Doris Walser vor einem ihrer ausdrucksvollen Gemälde, die sie in der Galerie Anixis ausstellt.Ursula Burgherr

Eine Reise durch Arizona im vergangenen Sommer inspirierte Doris Walser zu ihrer neusten Serie von Malereien in Mischtechnik, die sie jetzt in der Galerie Anixis präsentiert.

Von geradezu magischer Anziehungskraft sind die abstrahierten Landschaftsimpressionen und man spürt die Faszination der Künstlerin für die weitläufigen, einsamen Naturgebiete im Südwesten der Vereinigten Staaten.

Nur fragmentweise gibt sie die endlosen Gebirgszüge und Canyons wieder, manifestiert eindrücklich die erdgeschichtliche Entwicklung und die Farbenvielfalt der Gesteinswüste von dunklem Schiefer bis zu weisser Lava.

«Nach der Reise sind mir diese Bilder sozusagen aus dem Pinsel gerutscht», meint Walser lachend. Sie sei beseelt beim Kreieren ihrer Werke, sagt die Malerin. Und sie möchte mit ihrer Kunst auch beim Betrachter Emotionen auslösen. Immer mehr strebt sie die Reduktion an. «Mein Ziel ist es, ein weisses Bild zu malen, das trotzdem ausdrucksstark ist», erzählt sie.

Malen als Reise ins Unbekannte

Ihre abstrakten Stillleben im Hauptraum der Galerie Anixis zeugen von der ständigen Suche nach Licht und Vereinfachung. «Malen ist für mich ein Abenteuer und lässt mich immer wieder in ein unbekanntes Gebiet voranschreiten», schreibt sie auf ihrer Website und meint dazu: «Wenn man ein Bild schon im Kopf hat, sollte man gar nicht erst damit anfangen; es muss im Arbeitsprozess auf der Leinwand entstehen.»

Sie lässt sich durch ihre Hand führen, beginnt mit einem Pinselstrich oder der Grundierung. Dann kommt die Fantasie ins Rollen.

Walser malt, seit sie Kind ist. Sie machte eine Lehre als Textilzeichnerin. Da sie neben der Kunst eine grosse Leidenschaft für Sprachen hatte, liess sie sich später zur Dolmetscherin ausbilden.

Mit ihrem Mann wanderte sie nach Kanada aus und bekam drei Kinder. Seit 1971 ist sie wieder in der Schweiz, lebt heute in Baden und hat ein Atelier in Oberrohrdorf. Seit längerer Zeit befasst sie sich ausschliesslich mit der Malerei und Bildhauerei.

Sie besuchte ausserdem mehrere Jahre die berühmte Kokoschka Schule in Salzburg. Obwohl Walser in verschiedensten Maltechniken zu Hause ist, besticht sie durch ihre eigene künstlerische Sprache.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Keramik-Objekte von Florence Rometsch aus Basel. Ein Haufen Turnschuhe, ein paar wie flüchtig hingeworfene Rucksäcke oder einen Teller mit Blutwurst: Alles sieht aus wie echt. Man mag es kaum glauben, dass der labberig wirkende Hemdenstapel aus steinhartem Ton ist. «Ich mache das Unmögliche möglich», sagt Rometsch – und hat Spass daran.

Ausstellung Galerie Anixis: Doris Walser (Bilder) und Florence Rometsch (Keramik-Objekte), Oberstadtstr. 10, Baden bis zum 1. März. Vernissage: Freitag, 17. Januar, 19 Uhr, mit einer Einführung von Christine Egerszegi. Öffnungszeiten: Di/Mi und Fr/Sa, 14 bis 18 Uhr.

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