Niederrohrdorf
Neue Bodenanalysen: Egro darf auf der Altlasten-Deponie bauen

Der Gemeinderat hat die Baubewilligung nach neuen Bodenanalysen erteilt. Eine Schlappe für die Einsprecher und Petitionäre. Diese wollen aber den Bau streng mitverfolgen.

Erna Lang-Jonsdottir
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Die Egro Immo AG kann ihr Projekt am Weiherweg nun doch realisieren.

Die Egro Immo AG kann ihr Projekt am Weiherweg nun doch realisieren.

Walter Schwager

Der Widerstand der Niederrohrdorfer Bevölkerung war zwecklos. Im Januar reichten 761 Personen eine Petition beim Gemeinderat ein und forderten diesen auf, sich für die Sanierung der Altlasten-Deponie am Weiherweg einzusetzen (die az berichtete). Dies hatte zur Folge, dass der Gemeinderat eine zweite Schadstoff-Analyse auf eigene Kosten in Auftrag gab. Jetzt hat der Gemeinderat der Egro Immo AG die Baubewilligung für das Wohn- und Gewerbehaus mit Kinderspielplatz auf der ehemaligen Deponie der Egro AG doch noch erteilt.

Dies aber mit gutem Gewissen: Aussagen von Zeitzeugen hatten zwar dazu geführt, dass neues Schadstoffmaterial gefunden wurde. «Doch die Schadstoff-Analyse auf der Parzelle 511 am Weiherweg hat keine neuen Erkenntnisse ans Tageslicht gebracht», erklärt Gemeinderat Heinz Jossi.

Demnach besteht keine Pflicht zur Sanierung- und Überwachungspflicht des mit Altlasten belasteten Standorts. «Wir wollten Klarheit schaffen. Der Kanton hätte seinen Entscheid revidiert, falls die neue Bodenanalyse, wie von den Einsprechern und Petitionären behauptet, schwerere Schadstoffbelastungen als bei der ersten Analyse aufgezeigt hätte», betont Jossi.

Eine Schlappe für die Einsprecher und Petitionäre. «Roland Gränicher, Ueli Schibli und ich haben den Entscheid erhalten und besprochen», sagt Alois Huser vom Kernteam. Der Entscheid des Kantons werde akzeptiert. «Trotzdem sind wir enttäuscht.» Die Untersuchung habe nochmals bestätigt, dass 1500 Kubikmeter stark schadstoffbelastet sind. Im Gegensatz zum Kanton und zum Bericht des Geologiebüros sei man nicht davon überzeugt, dass diese Schadstoffe die Umwelt tatsächlich nicht belasten.

«Wir werden uns nun dafür einsetzen, dass die Auflagen, die mit dem Bau verbunden sind, eingehalten werden», betont Huser. Diese enthält drei Hauptpunkte: «Die belasteten Abfälle müssen korrekt entsorgt werden. Falls Gase entweichen, dürfen diese Personen nicht gefährden. Weiter muss die Überdeckung im Garten dick genug sein, damit Kinder nicht in Berührung mit dem Untergrund kommen können.»

Zudem wolle man erreichen, dass die Altlasten-Deponie im Grundbuch eingetragen werde. Ob andere Einsprecher oder Petitionäre die Angelegenheit zur Wiedererwägung an den Regierungsrat weiterziehen werden, könne er aber nicht beantworten. «Wir haben keine Versammlung abgehalten.»

Die Bauarbeiten am Weiherweg sollen auch vom Kanton eng überwacht werden. «Sollte sich bei den Aushubarbeiten zeigen, dass die angetroffenen Materialien nicht mit den aus den Sondierungen gewonnenen Erkenntnissen entsprechen, wird die Situation erneut beurteilt und bei Bedarf weitere Massnahmen angeordnet», ist weiter zu lesen.

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