Baden

Neue Grandezza für das Bäderquartier – «es ist noch ein harter Kampf bis zur Eröffnung»

Die Baustelle im Badener Limmatknie geht in die nächste Phase – am Eröffnungstermin halten die Stadt Baden und die Bauherrschaft fest.

Bis auf den letzten Platz war der grosse Jugendstilsaal im Hotel Blume besetzt. Die Stadt Baden und die Stiftung für Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden luden am Donnerstagabend zur Informationsveranstaltung. Dabei ging es insbesondere um die Neugestaltung der Aussenräume im Bäderquartier. Stadtammann Markus Schneider (CVP) begrüsste die zahlreich erschienenen Anwohner mit den Worten: «Eines ist klar, das wird keine einfache Baustelle.»

Doch die Stadt, die bei den öffentlichen Räumen rund um den Kurplatz und die Bäderstrasse Grundeigentümerin und Bauherrin ist, habe sich zum Ziel gesetzt, zeitgleich mit dem Thermalbad und dem sanierten Verenahofgeviert auch sämtliche Gestaltungsarbeiten zu vollenden. Als Zieldatum ist dafür der Herbst 2021 eingeplant – ob man dann allerdings pünktlich zum Verenatag am 1. September fertig wird, mag derzeit noch niemand versprechen.

Baubeginn für den neuen Kurplatz am 18. März

Die wichtigste Nachricht für die Bäderbewohner dürfte der weitere Ablauf der Grossbaustelle vor ihrer Haustüre sein. René Zolliker, der Projektleiter der Stadt, versicherte, dass der Zugang zu den Häusern zu Fuss jederzeit gewährleistet sei. Am 18. März sollen als erstes die Bauarbeiten im Blumengässchen beginnen. Ab Ende April soll dann der Kurplatz folgen.

Der Platz, auf dem während rund hundert Jahren eine Linde stand, wird wieder zum gepflästerten, offenen Altstadtplatz. Auch die Gassen sollen alle mit Gubersteinen gepflästert werden – und damit ein ähnliches Aussehen bekommen wie die Gassen der oberen Altstadt. Der Asphaltbelag soll aus dem Bäderquartier verschwinden. «Wir möchten im Dialog mit den Anwohnern bleiben und bitten Sie um Geduld», sagte Zolliker. Der Kurplatz werde phasenweise saniert, um den Zugang stets zu gewährleisten. Das Pflästern geschehe von Hand und brauche entsprechend Zeit. Ebenfalls ab Ende April werden einige Thermalwasserleitungen erneuert – darunter auch jene unter der Limmatpromenade, wo heute noch eine historische Teuchelleitung aus Holz liegt.

Der Kurplatz wird im Sommer einen provisorischen Belag bekommen, bevor er im nächsten Jahr dann seinen definitiven Pflasterbelag erhält. Für die Rettungsdienste und auch für Taxis sei der Kurplatz jederzeit zugänglich, betont die Stadt. Im Anschluss an Zollikers Ausführungen erklärte Antony Strub, Projektleiter bei der Stiftung für Gesundheitsförderung, wie es beim Thermalbad und dem Verenahofgeviert weitergeht.

Das Wohn- und Ärztehaus sei im Rohbau nahezu fertig, die neue Ufermauer an der Limmat zur Hälfte. Im Thermalbad selbst seien bereits die ersten Badebecken betoniert. Im Verenahofgeviert seien die Zimmerleute am Werk. In Kürze werde auch die Erneuerung der Parkstrasse in Angriff genommen. Man sei mit den Bauarbeiten im Zeitplan, sagte Strub. Und: «Es ist noch ein harter Kampf bis zur Eröffnung, aber wir freuen uns schon sehr darauf.»

Der Kurplatz in Baden mit Staadhof (l.) und Schweizerhof um 1900.

Der Kurplatz in Baden mit Staadhof (l.) und Schweizerhof um 1900.

Das Publikum nutzte die Gunst der Stunde und erkundigte sich in der offenen Fragerunde etwa nach der neuen Verkehrssituation, dem Parkhaus und der Schüttung der Thermalquellen. Die drei Referenten erklärten unter anderem, dass die Buslinie 3 zukünftig alle Viertelstunde bei der Dreikönigskapelle abfahre und dafür der 9er-Bus eingestellt werde. Über dem neuen Parkhaus und um die Kapelle werde man in Absprache mit der Stadtökologie einheimische Gehölze pflanzen. An der Menge und der Qualität des Quellwassers werde es zu keiner Zeit eine Veränderung geben. Für das neue Bad müsse es zwar entschwefelt und leicht entschlämmt werden. Man werde aber in den Becken in reinem Badener Thermalwasser baden.  

Festgestalter für das Bäderfest sind bestimmt

Das neue Thermalbad und das sanierte Bäderquartier sollen im Herbst 2021 mit einem grossen Bäderfest eingeweiht werden. Stadtammann Markus Schneider gab am Donnerstag bekannt, wer für die Gestaltung des Fests verantwortlich ist: Es sind die Badener Kulturschaffende Simona Hofmann und Designer Urs Dätwiler.

«Wir freuen uns sehr über den Auftrag und auf das Fest», sagt Hofmann. Jetzt gehe es darum, möglichst alle, die sich in irgendeiner Form im Bäderquartier engagieren, an einen Tisch zu holen und Ideen zu sammeln. «Wir möchten den Puls fühlen und möglichst viele Leute zusammenbringen.» Man werde das dreitägige Fest zwar nicht mit einer Badenfahrt vergleichen können, aber es soll ein schönes Fest für die Stadt Baden geben.

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