Sie ist so gross wie eine Kreditkarte, mit einem Foto der Stadt Baden versehen und trägt den Namen Cityticket: die Gästekarte. Ab 1. Januar 2016 erhält jeder, der in einem Badener Hotel übernachtet, neu eine ausgehändigt. Das Besondere daran? Mit der Karte fahren die Hotelgäste nicht nur gratis auf dem Stadtnetz des Tarifverbunds A-Welle, sondern profitieren auch von verschiedenen Leistungen. So können sie beispielsweise während des Aufenthalts je einmal kostenlos ins Schwimmbad gehen, das Grand Casino Baden besuchen oder einmal zum halben Preis das Novum Spa des Limmathofs benutzen.

«Eine solche Karte gibt es in der Tourismus-Region Zürich noch nicht», sagt Patrik Erne, Präsident der Interessengemeinschaft Hotels Region Baden (IGH). Die IGH hat gemeinsam mit dem Standortmarketing der Stadt das Cityticket entwickelt. «Wir haben nur Angebote ausgewählt, die zur Destination passen», erklärt Projektleiterin Nicole Wanner. Leistungen aus den Bereichen Wellness, Kultur, Genuss und Mobilität etwa. Fast zehn kostenlose Angebote stehen zurzeit zur Auswahl, wobei es jedem einzelnen Hotel frei steht, weitere Produkte auf die Karte zu laden.

Der Wert aller Leistungen beläuft sich auf rund 60 Franken pro Gast. «Der Steuerzahler wird aber nicht mit dem Cityticket belastet», stellt Patrik Erne klar. Denn finanziert wird die neue Dienstleistung mit der City Tax: Einem Zuschlag von 2.50 Franken, der seit 1. Juli 2009 pro Gast und Übernachtung erhoben wird.

Mehr Logiernächte dank Karte

Eingeführt wird die Karte aus einem besonderen Grund: «Ein Grossteil der Gäste besucht geschäftlich die Stadt. Deshalb sind die Hotels vor allem wochentags gut ausgelastet», sagt Erne und fügt an: «An Wochenenden haben wir aber noch Steigerungspotenzial.» Hier soll das Cityticket Abhilfe schaffen. Die Leistungen sollen sowohl Geschäftsleute als auch Touristen helfen, das Freizeitangebot der Stadt besser kennenzulernen – und Wertschöpfung erzeugen. Etwa mit einem Einkaufsbummel oder einem zweiten Stadtbesuch in naher Zukunft. «Auf diese Weise erhoffen wir uns, zusätzliche Logiernächte zu generieren», so Patrik Erne.

Nicht, dass die Stadt in einer Hotelkrise stecken würde. Im Gegenteil: Während 2014 insgesamt 69 700 Übernachtungen registriert wurden, lag die Logiernächtezahl im Oktober dieses Jahres bereits bei 78 500. Branchenkenner rechnen bis Ende Dezember mit Übernachtungszahlen, die letztmals vor 14 Jahren erreicht wurden. «Wir sind gut unterwegs», bestätigt Erne. Ausserdem sei es erfreulich, dass sich die zusätzliche Bettenkapazität des neuen Trafo-Hotels nicht negativ auf den Betrieb anderer Hotels ausgewirkt hätte. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass das neue Cityticket die Kauflust der Hotelgäste steigern wird und sie dazu bewegt, ein weiteres Mal Baden zu besuchen.

Zwischenbilanz im Sommer 2016

Die Daten der Hotelgäste werden anhand eines elektronischen, betriebsübergreifenden System auf das Cityticket geladen. Dieser Strichcode vereinfacht die Administration aller involvierten Anbieter.

Die IGH und das Standortmarketing werden rund ein halbes Jahr nach der Lancierung der Gästekarte eine Zwischenbilanz ziehen. Dabei werden sie auswerten, welche Angebote sich bewähren und das Cityticket entsprechend anpassen. Inzwischen bietet eine Internetseite den Hotelgästen auf Deutsch und Englisch einen Überblick aller beworbenen Leistungen.