Baden/Obersiggenthal
Neue Hoffnung für den Mättelisteg

Einwohnerrat von Obersiggental stimmt nun doch noch über eine Beteiligung am Bau der Brücke über die Limmat ab.

Roman Huber
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Obersiggenthals Einwohnerrat befindet noch diesen Monat über den Gemeindebeitrag an den Bau des Mättelistegs vom Oederlin-Areal zu den Bädern in Baden. zvg

Obersiggenthals Einwohnerrat befindet noch diesen Monat über den Gemeindebeitrag an den Bau des Mättelistegs vom Oederlin-Areal zu den Bädern in Baden. zvg

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Um den Mättelisteg, direkte Fuss- und Radweg-Verbindung vom Oederlin-Areal zum Mättelipark beim Thermalbad und zum Bahnhof Baden, ist es seit Anfang Jahr ruhig geblieben. Eigentlich war gedacht, dass die 3,5 Millionen Franken für seinen Bau elegant verteilt werden könnten, nämlich – abzüglich des budgetierten Bundesbeitrages von einer halben Million – zu je einer Million auf die drei Gemeinden Baden, Ennetbaden und Obersiggenthal.

Es kam zuerst anders: Im Oktober 2016 lehnte der Einwohnerrat Baden den Betrag mit 26 Nein gegen 24 Ja überraschend ab. Wenige Wochen später setzte die Gemeindeversammlung in Ennetbaden ein anderes Zeichen und sagte mit 170 zu 3 klar Ja. In Obersiggenthal nahm der Gemeinderat die Vorlage vorsichtshalber zurück. Dafür ging die Motion Urs Müller, Theo Flückiger und Volkmar Haueisen ein, die eine Kostenbeteiligung der Gemeinde von 50 Prozent forderte. Sie wurde im Januar mit einer Ja-Stimme mehr überwiesen.

An der Septembersitzung wird der Obersiggenthaler Gemeinderat nun über einen Kredit von 492 500 Franken behandeln, was der Hälfte der Kostenbeteiligung entspricht, welche die Gemeinde übernehmen müsste. Der Kredit soll erst ausgelöst werden, wenn die Entwicklungsträgerin, die Oederlin AG, eine Kostenbeteiligung von ebenfalls 50 Prozent zugesichert hat. Weitere Bedingungen sind die Beteiligung der Stadt Baden respektive die Sicherung des übrigen Investitionsbetrages sowie die Garantie, dass der Bundessubventionsbeitrag fliessen wird.

Steg ist für alle von Bedeutung

Die Oederlin AG, die mit ihrem Projekt «Zackenbarsch» eine Neuüberbauung plant, wird die grosse Nutzniesserin dieses neuen Limmatsteges sein. Aber auch für die weiteren Investoren am Limmatknie, sowohl im «Schwanen», «Hirschen» auf der Ennetbadener als auch «Limmathof», der neuen Rehabilitationsklinik im «Verenahof» und des neuen Thermalbades (Gesundheitsstiftung Bade Zurzach und Baden) auf Badener Seite ist dieser Steg eine wichtige Verbindung.

«Wir führen regelmässig Gespräche mit den Investoren, dabei ist der Mättelisteg immer wieder ein Thema», erklärt Badens Vizeammann und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP). Seitens der Investoren erkennt er eine gewisse Bereitschaft für eine Kostenbeteiligung, allerdings nicht zu jedem Preis. Das signalisiert auch Werner Eglin, Limmathof-Besitzer und Investor. Beim Siegerprojekt des Wettbewerbs, das mit 3,5 Mio. Franken für einen Fussgänger- und Radfahrersteg doch ziemlich teuer erscheint, wurde bereits nach Sparmöglichkeiten gesucht. «Wenn wir die Kosten um zehn Prozent reduzieren können, schätzen wir uns glücklich», erklärt Schneider.

Alleingang der Investoren?

In Anbetracht der unsicheren Finanzsituationen und möglicher Absagen der Gemeinden Baden und Obersiggenthal kam auch schon die Idee auf, die Investoren sollen das Projekt an sich nehmen. Diese gaben jedoch zu verstehen, dass sie bereit seien, das vorliegende Projekt mit den möglichen Einsparungen zu unterstützen, dass es aber nicht Sache der Investoren sein könne, ein Projekt zu realisieren, in das drei Gemeinden involviert sind.

Die Oederlin AG wollte sich bis anhin nicht dazu äussern. Es liegt von ihr auch keine Absichtserklärung vor. Dort wartet man darauf, dass die Gemeinde Obersiggenthal den Projektwünschen entspricht. Doch gerade ihr Mittun wäre für alle andern, insbesondere die Gemeinde Ennetbaden wichtig, denn für den Steg respektive dessen Nutzung im Rahmen eines Limmatuferrundweges muss die Oederlin AG noch ein Wegrecht gewähren. Eine solche Zusage liegt ebenfalls noch nicht vor.

Immerhin hat der Gemeinderat von der Oederlin AG grünes Licht dafür erhalten, die Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) vorzuziehen. Die Investoren beharrten zuerst darauf, dass BNO-Revision und Gestaltungsplanverfahren parallel ausgeführt werden könnten.

Eine Genehmigung des Kredits durch den Obersiggenthaler Einwohnerrat könnte nun neue Bewegung ins Verfahren bringen. Markus Schneider ist überzeugt, dass in einem solchen Fall der Steg auch in Baden wieder aufgenommen würde, eventuell durch einen Vorstoss im Einwohnerrat.

Mättelisteg – ein altes Anliegen

Erstmals war im Jahre 1974 von einem Steg beim Oederlin-Areal die Rede. Dieser fand 1984 Niederschlag im Gestaltungsplan Goldwand. 2002 tauchte er im Entwicklungsrichtplan Bädergebiet der Gemeinden Baden und Ennetbaden auf. Seit bekannt ist, dass das neue Thermalbad gebaut würde (August 2009), gehört der Mättelisteg zu den wichtigen Projekten der Naherholung und fand definitiv Eingang in den revidierten Entwicklungsrichtplan. Weil der Mättelisteg einen hohen Nutzen auch für die Obersiggenthaler Bevölkerung erzielen würde, weitete man den Entwicklungsrichtplan auf das Gebiet der Gemeinde Obersiggenthal aus.