Die Besucher können in der Sonderausstellung aber nicht nur lesen, sie sollen auch schauen und staunen, was indes ganz automatisch passiert. Zum Beispiel beim Anblick des Krokodils, der Grossmutter und des Polizisten – alle mit einem Holzkopf versehen. Der Allerwichtigste unter ihnen jedoch ist ein Lausbub namens Kaspar - viel besser bekannt als «Kasperli».

«Vorhang auf für das Figurentheater!», lautet die Einladung zur jüngsten Sonderausstellung des Kindermuseums in der Villa am Ländliweg 7. Im Treppenhaus zur obersten Etage sind Fingerfiguren Trumpf: Museumsgründer Roger Kaysel hat Variationen von Händen gezeichnet mit lustigen, skurrilen und fantasievollen «Fingerschauspielern».

Am Ende der Treppe wird der Besucher von nicht weniger originellen, stattlichen Gestalten empfangen, die Barbara Winzer vom Figurentheater Wettingen aus Recyclingmaterial geschaffen hat.

Wie es sich gehört, hängt ein roter Samtvorhang an der Pforte zur eigentlichen Theaterwelt. Alt sind die hier ausgestellten Exponate, und doch jung genug, um noch immer zu faszinieren: Die verschiedenen Tischtheater aus Holz mit den Kartonkulissen und dem Wilhelm Tell, dem Gessler und dem Walterli aus Papier. Die stattlichen und die zarten Figuren, denen Fäden ihr Leben einhauchen.

Und die ganz anders gearteten Figuren mit ihren filigranen Konturen, die erst in ihrem Schattendasein so richtig zu leben beginnen. Schliesslich die verschiedenen Kasperlis mit ihren Entourages, die seit vielen Generationen Kindern sowohl das Lachen als auch das Fürchten lehren.

Im Museum laden Figuren und Kulissen in speziellen Kammern die kleinen und grossen Besucher ein, selbst auszuprobieren, wie es ist, Rollen zu spielen und damit ein Publikum in Bann zu ziehen und zu begeistern. Bis September tun dies jeweils am letzten Sonntag eines Monats die Profis im «Theater im Park» (siehe Box). Zudem wird in den Herbstferien ein Kurs zur Herstellung von Figuren aus Recyclingmaterial angeboten.

«Vorhang auf für das Figurentheater» Sonderausstellung im Kindermuseum Baden, bis zum 31. Dezember 2015

Informationen finden Sie auf der Website des Kindermuseums.