Eine neue Studie der Neuen Aargauer Bank (NAB) zeigt: Die Region Baden mischt bei der Standortqualität schweizweit ganz vorne mit. Von 110 untersuchten Regionen landet Baden in dieser Rangliste auf dem fünften Platz. Attraktivste Gebiete in der Schweiz sind die Stadt Zürich, die Lorzenebene im Kanton Zug sowie das Glattal im Zürcher Unterland. Baden lässt unter anderem Winterthur (Platz 8), Luzern (12), Basel-Stadt (16) oder Aarau (24) hinter sich.

Die Standortqualität basiert auf verschiedensten Indikatoren, unter anderem der Steuerbelastung der natürlichen und juristischen Personen, der Verfügbarkeit von Hochqualifizierten sowie der Erreichbarkeit der Bevölkerung, der Beschäftigten und von Flughäfen. Den Platz unter den Top 5 der Schweiz erreicht die Region Baden vor allem dank ihrer ausgezeichneten verkehrstechnischen Erreichbarkeit und der steuerlichen Attraktivität, heisst es in der NAB-Studie.

Bildungsniveau als wichtiger Faktor

Die Standortqualität der Region Baden hängt gerade im Vergleich zu Städten wie Aarau oder Luzern mit der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte zusammen, eine der gemäss Studie wichtigsten Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg. Der Anteil der Bevölkerung mit einem Abschluss auf Tertiärstufe liegt in der Region Baden bei 37 Prozent. Mehr als jeder dritte Arbeitnehmer verfügt also über einen Abschluss an der Uni, der ETH, einer pädagogischen Hochschule oder an der Fachhochschule.

Auffällig ist, dass das Bildungsniveau in der Region Baden weit über dem kantonalen Niveau liegt. Zum Vergleich: In der Region Freiamt beispielsweise weist fast die Hälfte der Bevölkerung als höchste abgeschlossene Ausbildung die berufliche Grundbildung aus, während nur 9 Prozent über einen Hochschulabschluss verfügen. Auch die Regionen Aarau und Brugg liegen betreffend Bildungsniveau hinter Baden.

Die in Baden angesiedelte Spitzenindustrie wirke wie ein Magnet für Hochqualifizierte, heisst es dazu in der Studie. Insbesondere übe die Region Baden auch eine hohe Anziehungskraft auf ausländische Fachkräfte aus – die Zuwanderung hebt in der Region Baden also den Bildungsstand an.

Die Studie der NAB-Ökonomen kommt zum Schluss, dass Baden als einzige Aargauer Wirtschaftsregion mit den Schweizer Grosszentren mithalten kann. Damit die Region Baden auch zukünftig wirtschaftlichen Erfolg haben und eine hohe Standortqualität aufweisen kann, sei die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte von grösster Bedeutung. Es bestehe zusätzlicher Ausbildungsbedarf.

Arbeitsplätze werden in Zukunft vor allem in der Spitzenindustrie, in Dienstleistungsbranchen sowie beim Staat und im Gesundheitswesen geschaffen. Der Kanton Aargau sollte die Tertiärbildung darum zusätzlich stärken, und zwar auf Hochschulstufe wie auch bei der höheren Fach- und Berufsbildung, fordern die Verfasser der Studie.

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