Diese Woche sind in den Badener Parkhäusern Bahnhof und Gartenstrasse je zwei Parkplätze mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen worden. Die Stadt Baden kommt damit dem steigenden Bedürfnis nach Ladestationen für Elektrofahrzeuge nach und folgt ihrem Energieleitbild aus dem Energiekonzept 2017–2026.

Darin ist festgehalten, dass in der Stadt ein Anteil von fünf Prozent an emissionsarmen Fahrzeugen angestrebt wird, um das Treibhausgas-Ziel zu erreichen. Die Stadt rechnet damit, dass bis 2035 jedes zweite neu verkaufte Fahrzeug mit einem Elektroantrieb ausgestattet sein wird.

Das setzt aber genügend Ladestationen voraus. Bei der Realisierung dieser ersten Ladestationen waren drei Parteien involviert. «Da ist einerseits die Stadt, die die Parkflächen in den Parkhäusern zur Verfügung stellt», sagt Manfred Schätti, Leiter der Abteilung Immobilien der Stadt Baden.

Andererseits die Regionalwerke AG Baden (RWB), die mit ihrem «Aquae»-Strom die nötige Energie liefern, sowie die Waadtländer Firma «Green Motion», die mit ihren Aufladesystemen die technische Lösung bietet, damit überhaupt aufgetankt werden kann.

Nicht für Durchreisende

Der Strom der Regionalwerke Baden ist regional produzierter Ökostrom aus der Limmat: «Mit 22 Kilowatt starken Ladesäulen sind wir gut für die Zukunft gerüstet, da die meisten E-Fahrzeuge heute weniger als zehn Kilowatt beziehen können», erklärt RWB-Sprecher Gilles Tornare.

Bis zu einer vollen Ladung der Batterie könne es je nach Fahrzeugtyp mehrere Stunden dauern. «Wir sehen die neuen Ladestationen als Angebot für eine Zwischenladung», wie es Tornare nennt.

Diese seien in erster Linie für Personen gedacht, die zum Beispiel zum Einkaufen nach Baden kommen und etwas Zeit in der Stadt verbringen. «Für Durchreisende, die schnell aufladen möchten, sind die E-Tankstellen in den Parkhäusern weniger geeignet.»

45 Rappen kostet in den Badener Parkhäusern ein Kilowatt pro Stunde. Bezahlt werden kann auf verschiedene Arten. «Green Motion», der Anbieter der Aufladesysteme, bietet zum Beispiel eine App, die dem Nutzer die Ladestationen in der Nähe anzeigt, die Kosten pro Kilowattstunde und Echtzeit-Informationen zur Ladung liefert.

Und: «Mit der App kann der Parkplatz auch gleich reserviert werden», sagt Fabrizio Bacciarini, der bei «Green Motion» für die Stationen in Baden verantwortlich ist. Wer sich als Mitglied registriere, zahle zwar einen Jahresbeitrag, erhalte aber dafür Vergünstigung beim Tanken. Wer das nicht möchte, hat andere Möglichkeiten: «Es kann auch mit Debit- oder Kreditkarte, mit einem SMS oder mit dem Swisspass der SBB bezahlt werden», so Bacciarini.

E-Taxis müssen warten

Eigentlich waren im Bahnhofareal auf Ende November auch Ladestationen für Elektro-Taxis geplant. Doch die müssen noch etwas zuwarten. Roland Wunderli, Geschäftsführer der Badener Taxi AG, versteht nicht, dass diese Ladestationen noch nicht realisiert worden sind: «Wir wollten mit der Stadt gehen, die ja mit dem Energiestadt-Gold-Label ausgezeichnet worden ist. Wir sind mit unserer Firmen-Philosophie auch in dieser Richtung unterwegs, wollen wir doch in fünf Jahren die ganze Flotte elektrifiziert haben.»

Bis jetzt tanken die vier Tesla-Taxis der Badener Taxi AG an vier Zapfsäulen auf dem Areal von Twerenbold Reisen in Rütihof – oder an der Schnellladestelle im ABB-Areal in Baden. «Ich hätte erwartet, dass uns die Stadt Baden da besser und schneller unterstützt», so Wunderli. Er bekundet Mühe, dem aktuellen Vorgehen der Stadt zu folgen.

Zwei Aspekte hätten zur Verzögerung geführt, sagt Stadtrat Philippe Ramseier (FDP), der bei der Schaffung der Ladestationen die Fäden zog. «Zuerst müssen wir die Wirtschaftlichkeit der Ladestellen für E-Taxis detaillierter prüfen», erklärt er. Zudem sei auch die Wettbewerbsfrage ein Thema.

Innerhalb der Stadtverwaltung seien Bedenken laut geworden, dass mit Ladestationen ein Wettbewerbsvorteil für die Badener Taxi AG geschaffen werden könnte. Wenn es nach Ramseier geht, soll Anfang 2019 ein Entscheid fallen, ob die Ladestellen für E-Taxis doch realisiert werden. Klar ist aber: Im Jahr 2019 sind weitere Ladestationen für Elektrofahrzeuge in den Parkhäusern Ländli und Theaterplatz geplant.