Region Baden
Neue Tarife beim Krippenpool: Eltern müssen künftig mehr zahlen

Weil die Anzahl der Betreuungstrage stetig zunimmt, werden die Tarife für den Krippenpool in der Region Baden erhöht. Mit der neuen Tarifordnung wird auch eine Einkommens-Obergrenze eingeführt.

Martin Rupf
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Ab 1. August 2018 kann es je nach Einkommenssituation zu einer Erhöhung der Elterntarife kommen. (Symbolbild)

Ab 1. August 2018 kann es je nach Einkommenssituation zu einer Erhöhung der Elterntarife kommen. (Symbolbild)

KEYSTONE

Dass Eltern in Baden, Ennetbaden, Wettingen und Obersiggenthal für die Betreuung ihrer Kinder bald etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, war bekannt. Nun teilen die Gemeinderäte der vier Poolgemeinden mit, die Tarifordnung anzupassen. «Für subventionsberechtigte Eltern, insbesondere im Vorschulbereich, ist je nach Familiensituation eine leichte Erhöhung der Elternbeiträge zu erwarten», heisst es in einer Mitteilung. Die Eltern seien rechtzeitig über die Veränderungen informiert worden.

Grund für die Tarifanpassung: Die Anzahl Betreuungstage, die durch die Krippenpoolgemeinden mitfinanziert werden, nimmt stetig zu. Das neue kantonale Kinderbetreuungsgesetz tritt ab 1. August 2018 in Kraft. Gemäss diesem haben die Gemeinden die Aufgabe, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kinder bis zum Abschluss der Primarschule standortunabhängig sicherzustellen.

Gleichzeitig sind sie dazu verpflichtet, sich an den Kosten der Kinderbetreuung zu beteiligen – und zwar neu unabhängig davon, ob anspruchsberechtigte Eltern ihre Kinder in einer der angeschlossenen Pool-Krippen betreuen lassen.

«Der Krippenpool entspricht bereits heute, mit wenigen Ausnahmen, dem neuen Gesetz.» «Einige Abläufe und Prozesse mussten aufgrund der neuen, standortunabhängigen Subventionierung neu definiert und in der Tarifordnung festgehalten werden.»

Ein weiterer Grund für die Tarifanpassung liegt im Wegfall der Kantonsbeiträge von rund 250 000 Franken und der dadurch grösseren Belastung der Gemeinden. «Dadurch sah sich der Steuerungsausschuss der vier Poolgemeinde gezwungen, einen Teil der Subventionen durch die Erhöhung der Elterntarife zu kompensieren.»

120 000 Franken als Grenzwert

Am subjektorientierten Finanzierungsmodell werde grundsätzlich weiterhin festgehalten. Der Krippenpool sei nach wie vor bestrebt, die Zusammenarbeit mit den Krippen der Krippenpoolgemeinden in einer Vereinbarung zu regeln und zu fördern und somit für ein gut zugängliches Kinderbetreuungsangebot in der Region Baden beizutragen. «Zudem möchte der Krippenpool sicherstellen, dass der Verwaltungsaufwand innerhalb der Krippenpoolgemeinden möglichst gering gehalten und der bisherige Zahlungsfluss beibehalten werden kann.»

Neu werden auch subventionsberechtigte Eltern aus den Poolgemeinden, die ihre Kinder ab Anfang August in einer Krippe ausserhalb des Krippenpools betreuen lassen, Subventionen beantragen können. «Diese Eltern füllen möglichst zeitnah den Subventionsantrag aus, der von der Geschäftsstelle Krippenpool geprüft wird», heisst es weiter.

Nach der Bewilligung der Subventionen können Eltern ihre bezahlten Rechnungen jeweils bis maximal drei Monate im Nachhinein rückerstatten lassen.

Zur Kompensation der Kantonsbeiträge habe der Steuerungsausschuss Massnahmen für die Berechnung des Elternbeitrages getroffen. So wird neu eine Obergrenze von 120 000 Franken (massgebendes Gesamteinkommen) für subventionsberechtigte Eltern eingeführt. Ausnahme sind dabei die Mittagessen der Schulkinder in den Tagestrukturen.

Weiter erfolgt die Streichung der Kinderermässigung, wenn Eltern mehrere Kinder betreuen lassen (bis anhin wurde die Kinderermässigung auch angewendet, wenn weitere Kinder die Kinderbetreuung nicht beansprucht haben). Die Krippen ihrerseits können weiterhin Kinderermässigung anbieten. Zudem wird der Elternbeitrag bei der Säuglingsbetreuung um 10 Prozent erhöht. Der Faktor, der Krippen gegenüber dem Krippenpool verrechnen, bleibt gleich.

Krippenpool: Bessere Vereinbarkeit Familie und Beruf

Der Krippenpool – ihm sind die Gemeinden Baden, Ennetbaden, Wettingen und Obersiggenthal angeschlossen – arbeitet seit 2002 mit dem Zweck, durch eine einheitliche Subventionspraxis der Vertragsgemeinden die familienergänzende Kinderbetreuung von Vorschulkindern zu koordinieren. Was damals in der Region Baden aufgrund der Nachfrage mit acht Poolkrippen begann (heute sind es 25 Krippen), stützt sich ab August 2018 auf neue kantonale gesetzliche Grundlagen. Auf diese Weise sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Ausbildung, die Chancengerechtigkeit und die gesellschaftliche sowie insbesondere sprachliche Integration von Kindern vorangetrieben werden. (az)