«Nun wurden scheinbar neue Überwachungsgeräte im Metroshop installiert», schreibt ein besorgter Leser. Und: Beim Coop Supermarkt habe es links und rechts an der Decke neue «drehende Eishockey-Pucks», die sich drehen und irgendwas messen und Big-Data füttern würden, ist der Leser überzeugt. Und: «Persönlich finde ich es eine Sauerei, da der Bürger einmalmehr ausgemessen, überwacht und unsichtbar registriert wird.»

Tatsächlich Big Brother im Metroshop? Auf Anfrage klärt Coop-Mediensprecher Markus Eugster auf: «Bei den Geräten handelt es sich um Hochfrequenz-Sender.» Diese sind installiert worden, nachdem sich immer wieder Spatzen im Metroshop und gar im Coop-Supermarkt verirrt hatten. «Die Geräte unterscheiden sich nicht nur äusserlich von herkömmlichen Störsendern», so Eugster. Es handle sich um Sender, die für Kinder und Hunde nicht als störend empfunden werden. «Die Frequenz und Art des Signals sind so eingestellt, dass das Geräusch nur von Vögeln als störend wahrgenommen wird.» Man habe denn auch noch keine Reklamationen wegen der Sender erhalten, sagt Eugster.

Tierschützer äusserten Zweifel

Anfang Jahr berichtete das «Badener Tagblatt», dass sich immer wieder Spatzen – genauer Haussperlinge – im Coop-Supermarkt verirrt hatten. So beobachteten Kunden, wie die Vögel zwischen den Regalen Brotkrume aufpickten oder sich gar in der Tiefkühlabteilung oder über der Gemüse- und Früchteabteilung tummelten. Für das Kantonale Amt für Verbraucherschutz war denn auch schnell klar: «Dass in einem Lebensmittelgeschäft mehrere Vögel herumschwirren, geht natürlich nicht.» Coop sei verpflichtet, etwas gegen die Spatzen zu unternehmen.

So entschied sich Coop nach Rücksprache mit der Vogelwarte Sempach dafür, Störsender anzubringen. In der Folge äusserten Tierschutzorganisationen Zweifel, ob solche Sender die Vögel tatsächlich fernhalten können. Doch bei Coop fällt eine erste Zwischenbilanz positiv aus. «Wir können festhalten, dass die Sender ihren Zweck erfüllen, wir haben keine Spatzen mehr im Supermarkt», sagt Eugster. Gleichzeitig relativiert er: «Das kann natürlich auch an den wärmeren Temperaturen liegen. Ob die Geräte die Spatzen wirklich abhalten, wissen wir erst wieder bei kälteren Temperaturen.»