Eine neue 7000-Einwohner-Gemeinde im Wehntal, angrenzend an die Bezirke Baden und Zurzach, ist nun doch wieder ein realistisches Szenario. Die vier Gemeinderäte von Niederweningen, Oberweningen, Schöfflisdorf und Schleinikon teilen mit, die Zusammenschlussgespräche seien wieder aufgenommen worden. Sogar das Datum für eine Urnenabstimmung steht fest: Am 26. November wird in den vier Gemeinden über den Zusammenschlussvertrag abgestimmt.

Vor einem halben Jahr hatten die Gemeinden den Abbruch der Gespräche bekannt gegeben. Der Zusammenschluss lohne sich aus finanzieller Sicht nicht, weil man künftig weniger Geld aus dem Finanzausgleichstopf des Kantons Zürich erhalten würde.

Warum nun diese Kehrtwende? Erstens gibt es rechtliche Gründe. 2014 hatten die Stimmbürger der vier Gemeinden Ja zu Zusammenschlussgesprächen gesagt. Laut Gemeindeamt des Kantons Zürich dürfen diese Gespräche nun aber nicht einfach abgebrochen werden; eine Abstimmung über den Zusammenschlussvertrag oder über einen Abbruch muss zwingend stattfinden. Zweitens drängt die Zeit: Der Kanton unterstützt Fusionen mit einmaligen finanziellen Beiträgen – allerdings werden diese ab nächstem Jahr reduziert. «Ausserdem haben wir uns nochmals zusammengesetzt und die Situation analysiert», sagt Alois Buchegger, Gemeindepräsident von Schöfflisdorf, der als Mediensprecher des Fusionsprojekts amtet. In einigen bisher noch offenen Punkten habe man sich bereits einigen können. «Klar ist, dass es nicht nur an einem Standort ein Gemeindehaus geben wird. Ideal wären zwei oder drei Gemeindehäuser», so Buchegger. Festgelegt wurde zudem die Grösse der Behörden. Die neue Wehntaler Gemeinde hätte sieben Gemeinderäte und fünf Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission.»

Im November werden alle vier Gemeinden einzeln über den Zusammenschlussvertrag abstimmen, wobei die jeweiligen Gemeinderäte gemeindespezifische Empfehlung abgeben werden, erklärt Buchegger. «Sollte nur schon eine der vier Gemeinden den Vertrag ablehnen, wird das Projekt abgebrochen. Stimmen jedoch alle vier Gemeinden Ja, wird es voraussichtlich 2018 zur Abstimmung über die neue Gemeindeordnung für die neue Gemeinde kommen.» Bei diesem Urnengang wird ein einfaches Mehr benötigt, es müssten also mindestens 50 Prozent aller Wehntaler Stimmberechtigten zustimmen. Frühestens 2020 würde die neue Gemeinde entstehen.

Keine Gespräche mit Fisibach

Nicht dazugehören wird – laut aktuellem Stand – die Zurzibieter Gemeinde Fisibach. Diese prüft derzeit einen Kantonswechsel, will sich Zürich anschliessen und sucht dort nach fusionswilligen Gemeinden. Fisibach liegt zwar ganz in der Nähe der vier Wehntaler Gemeinden, grenzt knapp nicht an Oberweningen. Buchegger sagt aber: «Der Fall Fisibach ist ganz neu, wir haben uns noch keine Gedanken gemacht. Aktuell stehen nur vier Gemeinden zur Diskussion, und es ist ein so komplexes Projekt, dass wir damit genügend ausgelastet sind.»