Neuenhof
15-Millionen-Villa: Gemeinde hat zwei Parzellen verkauft – Vertrag ist unter Dach und Fach

Das Schicksal der 1901 erbauten Villa Ermitage ist besiegelt: Neuer Eigentümer ist eine Nidwaldner Firma. Mit der Überbauung auf einer Fläche von fast 7000 Quadratmetern muss spätestens 2029 gestartet werden.

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Im Vertrag wurde festgehalten, dass die Villa Ermitage erhalten bleibt.

Im Vertrag wurde festgehalten, dass die Villa Ermitage erhalten bleibt.

Bild: Mathias Förster

Der Verkauf von zwei Parzellen in der Webermühle ist unter Dach und Fach: Der Kaufvertrag ist unterzeichnet worden, wie die Gemeinde Neuenhof mitteilt. Auf einer der Parzellen befindet sich die altehrwürdige Villa Ermitage.

Beim Käufer und Investor handelt es sich um die Altura Re AG aus Hergiswil NW. Der Verkauf spült der Gemeinde 15 Millionen Franken in die Kasse. Im Rahmen des Rechnungsabschlusses 2023 werde sich zeigen, ob ein Teil des Erlöses als Vorfinanzierung für Erschliessungs- und Infrastrukturbauten zurückzustellen ist, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung.

Das Gebiet muss ab 2029 überbaut werden. Geschieht das nicht, hat der Gemeinderat die Möglichkeit, die Parzellen für einen tieferen Betrag wieder zurückzukaufen. Kaufangebote mussten unter der Bedingung eingereicht werden, einen vorgegebenen Planungsprozess einzuhalten, in dem die Gemeinde aktiv mitwirken kann. Der Entwicklungsprozess solle zügig angegangen werden, schreibt die Gemeinde. Bis Ende 2024 soll ein Gestaltungsplan vorliegen und anschliessend sollen die ersten Etappen umgesetzt werden.

Die Gemeindeversammlung hatte 2020 dem Verkauf der zwei Parzellen mit einer Fläche von 6868 Quadratmetern an einen Investor zugestimmt. Der Entscheid der Gmeind sah im Grundsatz den möglichen Abriss der 1901 erbauten Villa Ermitage vor. Sie erinnert an die Zeit der Spinnerei-Hochblüte an der Limmat und war während Jahrzehnten Wohnsitz der Fabrikchefs.

Im Kaufvertrag ist nun aber der Erhalt des Gebäudes festgehalten. Dies könne für die Einwohner von Neuenhof einerseits ein Stück Kulturerhalt sowie andererseits auch Identifikation darstellen, sagte Altura-Verwaltungsratspräsident Rudolf Peschel vor kurzem zur AZ. Man sehe ein grosses, soziales Potenzial innerhalb einer konzeptionellen Ausrichtung der Villa. (az)