Neuenhof
Neuenhof kündigt den IT-Vertrag mit der Stadt Baden

Die Gemeinde ist nicht mehr zufrieden mit den Informatik-Dienstleistungen der Stadt Baden. Darum hat sie diese neu öffentlich ausgeschrieben. Bald soll ein neuer Vertrag aufgesetzt werden – die Stadt Baden hat sich wieder beworben.

Roman Huber
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Neuenhof lässt zurzeit noch seine Verwaltungs-Informatik durch die Abteilung Informatik der Stadt Baden betreiben. (Symbolbild)

Neuenhof lässt zurzeit noch seine Verwaltungs-Informatik durch die Abteilung Informatik der Stadt Baden betreiben. (Symbolbild)

Keystone

Seit Anfang 2009 lässt die Gemeinde Neuenhof ihre Verwaltungs-Informatik, die weitverbreitete Gemeindefachlösung Nest/Abacus, durch die Abteilung Informatik der Stadt Baden betreiben. Der Vertrag lief bis Ende Dezember 2015 und wurde dann bis Mitte dieses Jahres verlängert. Doch dann soll es für die Gemeinde Neuenhof eine neue Lösung geben. Der Vertrag ist nun seitens der Gemeinde Neuenhof gekündigt worden. Inzwischen erfolgte bereits die öffentliche Ausschreibung, wie es das Submissionsdekret für die Gemeinden im Kanton Aargau zwingend vorgibt.

Gemeindeschreiber Raffaele Briamonte: «Wir arbeiten mit der Stadt Baden partnerschaftlich zusammen.»

Gemeindeschreiber Raffaele Briamonte: «Wir arbeiten mit der Stadt Baden partnerschaftlich zusammen.»

zvg

Zum laufenden Dienstleistungsvertrag gehört auch, dass im Rechenzentrum in Baden Applikationen angepasst und Updates gemacht werden. Doch gerade hier zeigten sich aus der Sicht des Leistungsbestellers Mängel. «Die Dienstleistungen erfolgten aus Sicht der Gemeinde Neuenhof zwischenzeitlich teilweise unbefriedigend beziehungsweise nicht immer zu unserer vollsten Zufriedenheit», erklärt Gemeindeschreiber Raffaele Briamonte auf Anfrage. So sei etwa der Betrieb durch Software-Anpassungen oder Updates eingeschränkt worden. Auch die Abwicklung des Supports sei nicht mehr befriedigend gewesen.

Keine Retourkutsche aus Neuenhof

Der Gemeinderat hat im Sommer 2015 entschieden, den Rechenzentrumsbetrieb bei der Stadt Baden auf das Verlängerungsdatum Ende Juni 2016 zu kündigen. «Ich möchte betonen, dass wir mit der Stadt Baden partnerschaftlich zusammen arbeiten», fügt Briamonte an. Darum wäre es auch verfehlt, wenn man nun diese Vertragskündigung der Gemeinde Neuenhof als Retourkutsche auslegen würde. Zur Erinnerung: Am 13. Juni 2010 stimmte die Gemeinde Neuenhof dem Zusammenschluss mit der Stadt Baden mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 94 Prozent zu, während die Stadt Baden mit einem Zufallsmehr von 47 Stimmen den Zusammenschluss mit Neuenhof ablehnte.

Christian Villiger, Verwaltungsleiter der Stadt Baden, bestätigt die Kündigung des Vertrags. Diese sei einvernehmlich und in gegenseitiger Absprache erfolgt. «Die Gemeinde Neuenhof hat uns ihre Probleme geschildert, an denen inzwischen auch gearbeitet worden ist», erklärt Villiger.

Baden rechnet sich gute Chancen aus

Es sei auch dahingehend besprochen worden, dass die Stadt Baden ebenfalls eine Offerte einreichen werde. Dies dürfte unterdessen geschehen sein, denn die Eingabefrist läuft diese Woche ab. Seitens der Stadt Baden rechnet man sich gute Chancen aus, dass die eigene IT-Abteilung mit ihrem Rechenzentrum Leistungserbringer für Neuenhof bleiben könne.

Daniel Störi, Leiter der Informatik-Abteilung in Baden, sieht das Problem darin, dass das Informatikumfeld in der öffentlichen Verwaltung zunehmend komplexer und somit auch anspruchsvoller werde. Der Technologieeinsatz sei geprägt von einem ständigen Wandel, das Entwickeln von Verbesserungen sei dabei ein laufender Prozess. «Aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen haben wir in ein neues Angebot für die Gemeinde Neuenhof einfliessen lassen», so Störi.

Bewährter Leistungserbringer

Die Abteilung Informatik der Stadt Baden erbringt schon seit vielen Jahren Rechenzentrumsdienstleistungen für öffentlich-rechtliche Körperschaften und Institutionen aus der Region Baden. Aktuell betreut sie über 600 Benutzende bei insgesamt sieben Kunden. Zu diesen gehören neben der Verwaltung von Neuenhof die Gemeindeverwaltungen von Turgi und Freienwil sowie der Kindes- und Erwachsenenschutzdienst des Bezirks Baden.

Bei der Gemeinde Neuenhof geht es in Sachen Hardware um 52 PC-Arbeitsplätze innerhalb und fünf Notebooks ausserhalb des Netzwerkes mit 26 ans Netzwerk angeschlossenen Druckern, vier multifunktionalen Grossraumkopierern sowie zwei ESZ-Lesegeräten (Dokumenten-Scanner).