Neuenhof
Verzwickte Situation wegen Corona: Warum die Weihnachtskrippe im Februar noch nicht abgebaut werden kann

Seit 22 Jahren wird die Krippe in Neuenhof an Weihnachten aufgestellt und Anfang Januar wieder verstaut. Nun aber kommen die Coronamassnahmen der Chlausgesellschaft in die Quere.

Larissa Gassmann
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Die Weihnachtskrippe der Chlausgesellschaft Neuenhof neben dem Gemeindehaus.

Die Weihnachtskrippe der Chlausgesellschaft Neuenhof neben dem Gemeindehaus.

Bild: Alex Spichale (19.12.2020)

Obwohl die Weihnachtszeit längst vorbei ist, steht ein letztes Überbleibsel noch immer mitten in Neuenhof: Die Rede ist von der stattlichen Krippe, die alle Jahre von der Chlausgesellschaft betreut wird. Grund für den noch nicht vorgenommenen Abbau sind die seit Mitte Januar geltenden Coronamassnahmen. Weil Menschenansammlungen und Treffen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum verboten sind, durften die Mitglieder der Chlausgesellschaft bis jetzt noch nicht ausrücken. Geplant wäre der Abbau nämlich zu diesem Zeitpunkt gewesen.

Weil gewisse Teile der grossen Krippe beinahe 80 Kilo wiegen, sind normalerweise um die zehn bis zwölf Personen nötig. «Es sind schwere Elemente, die wir auf einen grossen Anhänger laden müssten. Dafür brauchen wir normalerweise einen halben Tag», sagt Hardy Wiederkehr, Präsident der Chlausgesellschaft. Momentan sind ihm die Hände gebunden. Eine allfällige Busse möchte er durch den Abbau nicht riskieren.

Bis jetzt wurden einzig die Krippenfiguren entfernt. Auch die lebenden zwei Schafe sind mittlerweile wieder bei ihrem Besitzer. Die Krippe selbst musste in der Zwischenzeit mit Beschlägen geschützt werden, da Jugendliche sich Zugang dazu verschaffen wollten und den Zaun niedergerissen haben. «Jetzt sieht es ein bisschen aus wie ein Gefängnis», so Wiederkehr.

Ist die Tradition ganz in Gefahr?

Noch vor wenigen Wochen sah das anders aus. Damals erstrahlte die auf der Wiese zwischen dem Gemeindehaus und der Zürcherstrasse stehende Krippe im gewohnten Glanz. Aufgestellt wird sie traditionell seit rund 22 Jahren, mittlerweile ist sie lebensgross. Vor einiger Zeit kamen zu den Schaufensterpuppen die zwei Schafe dazu, die von Wiederkehr betreut werden. Jahr für Jahr lockt die Krippe so viele Besucher aus der Umgebung nach Neuenhof.

Die Freude war wohl kaum zuvor so gross, wie in dieser besonderen Zeit. «Dieses Jahr haben sich aussergewöhnlich viele Menschen bei uns bedankt. Alle hatten Freude daran, dass wir das überhaupt machen», sagt Wiederkehr.

Schliesslich leidet der Verein auch ansonsten unter den Folgen der Coronakrise. Um das Aufstellen und die Lagerung der Krippe zu finanzieren, organisiert die Chlausgesellschaft so beispielsweise das Oktoberfest und weitere Festivitäten, die im vergangenen Jahr ausfallen mussten. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs, vor allem engagierte Familienväter werden gesucht. «Jahr für Jahr haben wir mehr Abgänge als Zugänge. Wenn es so weitergeht, müssen wir irgendwann vielleicht ganz auf die Krippe verzichten», sagt Wiederkehr.