In Freienwil ist seit einigen Jahren der Bau eines Pferdezentrums von «nationaler Bedeutung» geplant, wobei Rehabilitation, Zucht, Forschung und Ausbildung im Vordergrund stehen. Es handelt sich um ein Projekt des Veterinärmediziners Dominik Burger, dem Neffen der Familie, die den Bücklihof in Freienwil besitzt.

Die zur Realisierung des Pferdezentrums notwendige Umzonung wurde 2013 von der Gemeindeversammlung mit grossem Mehr bewilligt. Das Projekt hatte also bereits grünes Licht erhalten, ist aber nie wie geplant realisiert worden. Dies, weil in der Deutschschweiz innert Kürze einige ähnliche Pferdezentren entstanden sind.

Darum wurde das Pferdezentrum-Projekt nun verändert; die entsprechend angepasste Nutzungsordnung liegt derzeit öffentlich auf. Neben Rehabilitation, Zucht, Forschung und Ausbildung ist im Pferdezentrum Bücklihof neu auch Sportmedizin vorgesehen, wobei auch der Reiter verstärkt miteinbezogen werden soll.

Die Reithalle, Stallungen und bestehenden Gebäude sollen gegenüber dem ursprünglich geplanten Projekt vergrössert werden: Die Reithalle, ursprünglich 25 mal 40 Meter gross, soll nun 27,5 mal 65 Meter betragen. Die Stallungen sollen 90 Meter lang werden.

«Freienwiler Pferdetradition»

«Der Bücklihof soll ein kleiner, aber umso wichtigerer Ort für die Pferdebranche werden, was Know-how, Forschung und Lehre angeht», erklärt Dominik Burger. «Auch soll das Pferdezentrum in sehr speziellen sportmedizinischen und zuchttechnischen Fällen weiterhelfen. In der Schweiz herrschen Angebotslücken bezüglichen Ursachenforschung und Behebung von komplexen orthopädischen Problemen im Zusammenspiel von Pferd und Reiter», erklärt Burger, der am Schweizerischen Institut für Pferdemedizin in Avenches wissenschaftliche Forschung betreibt.

Freienwil sei eine Gemeinde, in der bereits viele Pferde eingestellt seien, weswegen das Projekt gut ins Dorf passe, ist Burger überzeugt. «Auch kann das Pferdezentrum zur Belebung der Gemeinde beitragen.»

Er sei zwar konfrontiert worden mit Bedenken, es gebe eine starke Verkehrszunahme. «Mit Gewissheit würden mehr Autofahrten als bisher verzeichnet, aber die Zunahme werde sich in Grenzen halten. «Es wird nicht alle zehn Minuten ein Auto zum Bücklihof fahren.»

Gegen das erneuerte Bücklihof-Projekt werden vereinzelt kritische Stimmen laut. So äussert sich beispielsweise der ehemalige Gemeindeammann Edi Laube (parteilos), der neben dem Bücklihof wohnt. Er stört sich daran, dass das aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit und schwieriger topografischer Situation grundlegend überarbeitete Vorhaben heute wiederum als einzigartig und einmalige Chance verkauft werde; vor allem aber fragt er sich auch, ob extra für dieses neue Projekt Land umgezont werden soll.

«Der Gemeinderat argumentiert, beim geplanten Pferdesportzentrum handle es sich um ein Projekt von hohem öffentlichen Interesse; ich aber frage mich, inwiefern diese Aussage zutrifft. Es handelt sich meines Erachtens um ein rein privates Projekt, für welches nicht wertvolles Land eingezont werden sollte. Die Gemeinde profitiert nicht von diesem Projekt, ein öffentliches Interesse besteht also nicht.»

Gemeindeammann Robert Müller (SVP) widerspricht: «Freienwil hat sehr wohl ein Interesse daran, dass das Pferdezentrum realisiert wird. Es soll sich um ein national bedeutendes Zentrum handeln, der Name Freienwil würde also in die ganze Schweiz getragen.»

Der Gemeinderat habe den Auftrag, die Gemeinde weiterzuentwickeln. «Darum stehen wir hinter diesem Projekt und der dazu erforderlichen Anpassung der Nutzungsplanung», sagt Müller.