Baden

Neuer Chindsgi: Fast wäre die Traum-Villa abgebrochen worden

Im Badener Martinsberg-Quartier ist am Samstag der Kindergarten Wiesenstrasse mit einem Fest eingeweiht worden.

Seit dem neuen Schuljahr gehen die Kinder des Martinsberg-Quartiers nicht mehr in den Kindergarten St. Ursus (der jetzt einen ABB-Hort beherbergt), sondern an die Wiesenstrasse. Das dortige Gebäude mit Baujahr 1908 wurde renoviert und umgebaut - und am Samstag mit einem Fest eingeweiht.

Vize-Ammann und Bauvorstand Markus Schneider (CVP) sprach von einem "tollen Ort, den man sich schöner fast nicht vorstellen kann". Es sei ein Glück gewesen, dass die ABB der Stadt Baden die Immobilie zum Kauf angeboten habe. Die Nähe zu einem ABB-Hort ermöglicht eine unkomplizierte Tagesbetreuung. "Kurze Beine, kurze Wege", sei das Motto der Planung, so Bauvorstand Schneider, und rief den Kleinen zu: "Ich hoffe, ihr habt den Plausch hier!"

Ebenfalls am Fest anwesend war der ehemalige CVP-Stadtammann Josef Bürge, der im Quartier wohnt. Zur AZ sagte er, dass die Villa einst hätte abgebrochen werden sollen. "Wir haben den damaligen ABB-Chef Percy Barnevik dann aber überzeugen können, dass das ein Fehler wäre", erinnerte sich Bürge.

Der verantwortliche Architekt Walter Baumann (vom Badener Büro Baumann Henrich) brachte ein altes Foto des 1908 erbauten Gebäudes mit. Daneben wurden früher Autos repariert. "Hier befand sich die wahrscheinlich erste private Autogarage der Stadt", sagte er. Das Ziel beim Umbau sei es gewesen, die Qualität der früheren Innenräume wieder herzustellen. So hat man die verborgenen Parkettböden zum Vorschein gebracht. "Wir haben aber auch neue Elemente gemacht, etwa die farbige Garderobe". 2,4 Millionen Franken hat der Umbau gekostet. Ein stolzer Preis dafür, dass manche Eltern eigentlich bedauerten, dass der wunderbar gelegene St. Ursus-Kindergarten aufgegeben wurde und die Kinder nun an die Wiesenstrasse gehen.

Den Kindern gefällts. Mit Inbrust sangen sie das Chindsgi-Lied, das die engagierte Kindergärtnerin Claudia Zimmermann für die Eröffnung der neuen Wirkungsstätte komponiert hatte. Aus der "grauen Maus", wie Architekt Baumann das Gebäude vor dem Umbau bezeichnete, ist nun - so die Liedzeile - "unser gelbes Haus" geworden. Nach der Feier gabs vom Quartierverein Martinsberg Suppe, Brot und Getränke. 

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