Mellingen

Neuer Parkplatz sorgt für rote Köpfe – Jugendverein in Bedrängnis

Der Forstplatz nach der Umgestaltung. Wenn sich die Mitglieder eines Vereins nun treffen, wird es beim Parkieren eng.

Der Forstplatz nach der Umgestaltung. Wenn sich die Mitglieder eines Vereins nun treffen, wird es beim Parkieren eng.

Der Forstschopf im «Brand» in Mellingen wurde abgebrochen, die Parkfläche verkleinert und eingezäunt. Das stösst bei Waldbesuchern auf Kritik: Beim Parkieren komme es zu Engpässen und chaotischen Situationen.

Der Buechberg im «Brand» in Mellingen ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. So wird das Waldstück von vielen Spaziergängern, Sportlern und Vereinen aus nah und fern besucht. Bis anhin benutzten die Waldgänger für das Parkieren der Fahrzeuge den Forstplatz Brand mit seinem Kiesplatz an der Rohrdorferstrasse.

Nun wurde vor einigen Wochen der seit Jahren ungenutzte Holzschopf auf dem Forstplatz abgebrochen. Das Gelände wurde mit Totholz sowie Asthaufen neu gestaltet und der Natur zurückgegeben (die AZ berichtete). Für das Abstellen der Autos ist nun eine mit Holzstämmen und -balken abgetrennte Fläche vorgesehen.

Doch diese Lösung kommt nicht bei allen gut an, so auch beim Jugendverein Cevi Fislisbach-Mellingen-Rohrdorf. Er nutzt den Forstplatz seit über 30 Jahren als Besammlungsort für die wöchentlichen Aktivitäten im Wald. Abteilungsleiter Stefan Hürst schreibt in einem Leserbrief an den «Reussboten», dass ein Angebot wie beispielsweise das Schnupperprogramm mit über 70 Kindern künftig logistisch nur noch schwer durchführbar sein werde. «Falls die Platzsituation so bleibt, müssen wir uns für den nächsten Schnuppertag etwas anderes einfallen lassen», sagt Hürst auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende». Bereits bei den zweiwöchentlichen Treffen käme es wegen der neuen Parkplatzsituation zu Engpässen. Aus diesem Grund hat die Abteilungsleitung die Eltern dazu aufgefordert, nur kurz beim Forstplatz zu halten, um die Kinder für die Cevi-Aktivitäten abzusetzen.

Fahrgemeinschaften als Lösung

Elisabeth Weber, eine der vier Leiterinnen, die das wöchentliche Nordic Walking der Pro Senectute im «Brand» führt, ist ebenfalls unzufrieden mit der neuen Parkplatzsituation. «Jetzt ist das ‹Gatter› fertig und für uns besteht nicht einmal mehr die Möglichkeit, zwei Autos hintereinander zu parkieren», schreibt auch sie in einem Leserbrief an den «Reussboten». Gegenüber der «SaW» sagt Weber, dass es jeweils chaotisch werde, wenn sich bis zu 20 Personen zum Nordic Walking treffen. «Notgedrungen haben wir unseren Mitgliedern empfohlen, Fahrgemeinschaften zu bilden. Das erweist sich aber nicht als einfach, da diese auch aus weiter entfernten Gemeinden anreisen.»

Weil die Parkfläche verkleinert und eingezäunt wurde, stellen nun einige Waldbesucher ihr Fahrzeug widerrechtlich im Einmündungsbereich des Radwegs und in der Waldzufahrt ab. Auf Geheiss der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal hat die Bauverwaltung Mellingen deswegen beim Forstplatz verschiedene Hinweise angebracht, mit dem Verweis, dass die Repol vermehrt Kontrollen durchführen wird.

Beschwerden an die Gemeinde

Mit der Kritik der ungenügenden Parkplatzsituation konfrontiert, sagt Gemeindeammann Bruno Gretener (FDP) der «SaW»: «Wir sind uns bewusst, dass die Parkfläche nicht mehr dieselbe ist wie vor der Umgestaltung.» Man habe diesbezüglich auch schon Reaktionen von der Bevölkerung erhalten. «Die Gemeinde hat aber keinen Anspruch auf diese Fläche, die im kantonalen Richtplan als Wald erfasst ist und dem Kanton gehört.» In mehreren gemeinsamen Gesprächen habe man aber versucht, die Interessen von Gemeinde und Kanton bestmöglich zu berücksichtigen. «Wir stehen nun im Kontakt mit dem Kanton, um allfällige Optimierungen zu prüfen, und werden zu gegebener Zeit über das weitere Vorgehen informieren.»

Dass der Parkplatz diese aussergewöhnliche Form erhalten hat, begründet Marc Gloor, stellvertretender Leiter der Abteilung Staatswald beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, im «Reussboten» wie folgt: Bei der Planung habe man auf Geheiss der Abteilung Verkehrssicherheit den Parkplatz so gestaltet, dass die Ausfahrt an jener Stelle zu liegen kommt, an der die grösstmögliche Sicht auf beide Strassenseiten gewährleistet sei. Es sei nicht möglich gewesen, den Parkplatz grösser zu gestalten, weil die Hauptfläche der Wiederaufforstung zur Verfügung gestellt wurde, so Gloor.

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