Wettingen
Neuer Zaun für den Nachbarn des Wettinger Seifenkistenrennens

Beim dritten Seifenkistenrennen von Jungwacht und Blauring St. Sebastian ging es drunter und drüber: Ein Fahrer landete im Feld, ein anderer im Zaun des Nachbarn – und ein weiterer Draufgänger mitten im Publikum.

sandra Ardizzone
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 Die Seifenkisten werden ausgeladen
22 Bilder
 Die Kisten werden parat gestellt
 Luca Ebner ist mit seiner Seifenkiste sogar aus Deutschland angereist
 Ein oranger Flitzer
 Der Moment nach dem Aufprall Diese Seifenkiste demolierte den Zaun der an der Strecke wohnenden Familie...
 ... und musste danach zum Ziel getragen werden, weil das Lenkungsseil gerissen war
 Auch dem Schweizer Meister Markus Müller wurde die letzte Kurve beim dritten Lauf zum Verhängnis
 In dieser Seifenkiste sitzt die schnellste Seifenkistenfahrerin der Schweiz
 Reinhard Stieger fiel mit seinem grünen Flitzer aus der Kurve
 Trotz dem trüben Wetter wohnten dem Rennen doch einige Schaulustige bei
 Der Speaker informierte während des Rennens über Zeit, Fahrer und Fahrweise
Seifenkistenrennen in Wettingen
 Dieser Fahrer fuhr zu übermütig in die Kurve und landete in den Zuschauerreihen
 Der 54-jährige Jack Fischer fuhr auf einer umgebauten Süssmost-Kiste
 Der amtierende Schweizermeister Markus Müller hat über 3000 Stunden Bauzeit in seinen Golf investiert
 Nach turbulenter Fahrt endlich im Ziel

Die Seifenkisten werden ausgeladen

Aargauer Zeitung

Es war ein actionreicher Sonntagmorgen am Seifenkistenrennen in Wettingen. Schon im ersten Lauf sorgten zwei Fahrer für Aufschreie: Ein erfahrener Seifenkistenpilot kam mit zu viel Tempo um die Kurve und landete im Feld. Kurz darauf wollte ein ungeübter Fahrer dieselbe Kurve zu stark schneiden – und fuhr in einen Privatzaun, der daraufhin mit einem Strohballen notdürftig geflickt wurde. Der Speaker nahm die kleinen Unfälle gelassen: «So etwas passiert im Rennsport nunmal.»

Doch damit hatten die Zuschauer im Empert noch längst nicht alles gesehen: Im zweiten und dritten Lauf wurde dieselbe Kurve zwei weiteren Fahrern zum Verhängnis. Einer davon landete mit seiner Seifenkiste sogar im Publikum, das ihm sogleich dabei half, das Gefährt wieder auf die Piste zu tragen. «Natürlich funktioniert nicht immer alles so, wie man gerne möchte», sagt Tyra Labno, eine der Organisatorinnen, «aber im Endeffekt sollen alle Spass haben.»

Flitziges Rüebli gegen Golf

Der Spass kam bei niemandem zu kurz. Die Zuschauer applaudierten den Fahrern, oder aber genossen eine Bratwurst. Die Piloten präsentierten stolz ihre Seifenkisten. Neben einem flitzigen Rüebli fuhr der amtierende Schweizer Meister auf seinem selbst gebauten Golf mit Hupe. Ein anderer Fahrer hatte sich eine Seifenkiste gebaut, die kleiner war, als er selbst – aus einer Süssmostkiste. Vorgaben gab es nur wenige: Die Seifenkisten durften weder motorisiert, noch mit Gewichten beschwert sein und mussten über funktionierende Bremsen verfügen.

Die schnellsten der 28 Fahrer meisterten die rund 500 Meter lange Strecke in 40 Sekunden, wobei der Schweizer Meister Markus Müller auf eine Höchstgeschwindigkeit von 57 km/h kam. Das professionell organisierte Rennen verlief friedlich und die Organisatoren zeigten sich zufrieden: «Die Sanität musste nicht eingreifen, den Fahrern hat es Spass gemacht», sagt Labno, «Was will man mehr?»