Baden

Neues Checkout-System von Lidl soll Diebe abschrecken – und sorgt für Alarme und irritierte Kunden

Bei Lidl muss der Kunde, der selber zahlt, durch den Self-Checkout.

Bei Lidl muss der Kunde, der selber zahlt, durch den Self-Checkout.

Mit den neuen Self-Checkout-Kassen will Lidl Wartenschlagen reduzieren. Eine Schranke soll Diebstählen vorbeugen. Doch das neue System hat Tücken, wie sich in der Filiale in Baden zeigt.

Diese Woche wunderte sich ein Lidl-Kunde in Baden darüber, dass er innerhalb weniger Minuten gleich zweimal vom Kassenbereich her einen schrillen Alarm hörte. Der Grund dafür hat mit den neuen Self-Scanning-Kassen zu tun. Im Sprachgebrauch von Lidl heissen sie "Self Checkout Kassen". Die Betonung des Auscheckens kommt nicht von ungefähr. 

Vor wenigen Wochen hat Lidl in Baden zehn der neuen Kassen installiert, um die Wartezeiten vor den Kassen zu reduzieren. Diese ersetzten zwei Standardkassen, an denen Verkäuferinnen und Verkäufer die Ware scannten und einkassierten. Vor kurzem wurde bei den Self-Checkout-Kassen eine Drehtüre-Vorrichtung installiert. Der Discounter hatte seine Filiale am Bahnhof im Februar eröffnet

Wer seine Waren an einer Kasse selbst scannt und zahlt, muss die Quittung an einer Vorrichtung noch vor der Drehtüre einscannen, damit diese sich öffnet. So ähnlich wie ein Autofahrer, der mit seinem Gefährt ein Parkhaus via Schranke verlassen möchte. 

Self-Checkout-Kassen in einer Lidl-Filiale.

Self-Checkout-Kassen in einer Lidl-Filiale.

In der Badener Filiale zeigt sich nun wiederholt: Kunden sind von dieser Neuerung überrascht, reagieren teilweise irritiert bis ratlos. Manche wollen nach dem Zahlen an der Self-Scanning-Kasse die Drehtüre passieren und werden dort blockiert. Dabei wurde auch schon ein schriller Alarm ausgelöst, der nach wenigen Sekunden wieder verstummt. Personal, das hätte helfen können, war bei den Self-Scanning-Kassen nicht zugegen. 

Was ist der Sinn dieser Drehtüre, die man etwa bei den Self-Scanning-Kassen in Migros- oder Coop-Filialen nicht findet? "Wir möchten mit dem neuen System Warendiebstähle vorbeugen", sagt Lidl-Sprecherin Corina Milz. Es brauche eine "gewisse Angewöhnungsphase", sagt Milz.

Kunden in Testfiliale haben sich an System gewöhnt

"Gemäss unseren Erfahrungen lernen unsere Kundinnen und Kunden sehr schnell, sich mit dem neuen System zurechtzufinden." Das sei auch in der Testfiliale in Weinfelden mit diesem System gewesen. "Mittlerweile kennen sich die Kunden dort bestens aus und haben sich bereits an die Vorgehensweise gewöhnt."

Für die Self-Checkout-Kassen gebe es stets eine zuständige Person, die aber nicht zwangsläufig immer im Kassenbereich warte, so Corina Milz weiter. Die Mitarbeitenden der Standardkassen könnten Kunden aber jederzeit unterstützen. Milz verweist zudem auf andere Händler in der Schweiz, etwa Möbelhäuser, die auch auf diese Checkout-Technologie setzen. 

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