Ein paar Kartonschachteln stehen noch auf dem Boden, die von fleissigen Händen ausgepackt werden: Es fehlt nicht mehr viel, bis das neue Zuhause des Familienzentrums Karussell an der Haselstrasse 6 eingerichtet ist. Schon beim Betreten des Gebäudes wird klar: Für das «Karussell» hat sich dank dem Wegzug vom Kirchplatz einiges verändert. Die neuen Räume sind grösser, heller und zahlreicher. Auf neu 450 Quadratmetern hat das Familienzentrum nun fast vier Mal so viel Platz wie vorher.

«Wir können nun viel mehr anbieten als früher», sagt Betriebsleiterin Kathie Wiederkehr mit unverkennbarer Freude. «Unser gedrucktes Monatsprogramm ist deshalb fast doppelt so umfangreich.» Neu bietet das «Karussell» beispielsweise das Kinderturnen oder ein Eltern-Kind-Singen an. Angebote wie die serbische Spielgruppe oder die Elternbildung konnten ausgebaut werden. «Die Nachfrage war schon immer vorhanden», sagt Wiederkehr, «nun haben wir endlich den Platz, um ihr gerecht zu werden».

Der neue Standort bietet auch Raum für die Mütter- und Väterberatung oder den Gemeinnützigen Frauenverein, der im Untergeschoss ein Kinderbrocki einrichtet. In den Räumen des «Karussells» finden zudem die Deutschkurse der Stiftung ECAP und das MuKi-Deutsch statt. «Viele Eltern bringen für die Dauer des Kurses ihre Kinder zu uns. Jetzt sind Kinderbetreuung und die Kurse im selben Haus – das entlastet die Eltern.»

Eine der Helferinnen möchte von Wiederkehr wissen, wo die Kiste in ihren Armen hinkommen soll. «Erster Stock, blaue Türe», antwortet sie und ergänzt: «Jede Türe ist mit einer unserer Farben blau, rot, gelb oder grün bemalt, damit sich die Besucher in den vielen Räumen zurechtfinden können». Dieselben Farben tragen auch einige Wände und sämtliche Stühle, die zum Teil noch ungeordnet herumstehen. Die Stühle und die Tische kosteten Wiederkehr vorab einige Nerven. «Viele Möbel haben wir günstig eingekauft. Aber die Stühle müssen etwas aushalten und die Tische leicht und zusammenklappbar sein.» Sie kosteten deshalb mehr als budgetiert. Mit Stuhlpatenschaften konnte Wiederkehr die finanzielle Mehrbelastung aber auffangen.

Während der Renovation des Hauses gab es einige Probleme zu lösen: «Am Gebäude wurde schon lange nichts mehr gemacht», sagt Wiederkehr. «Bei den Umbauarbeiten kam deshalb einiges zum Vorschein.» So hätte man beispielsweise die Wände nicht einfach neu streichen können. «Zuerst mussten die acht Lagen Tapeten weg.»

Am Einweihungsfest am 28. Februar stellt das «Karussell» seine neuen Räume der Öffentlichkeit vor: Büros, Besprechungsräume, Atelier, zwei Zimmer für Spielgruppen, Stauräume und ein grosser Raum für die Krabbelgruppe im Erdgeschoss sowie die Kursräume und den grossen Saal im ersten Stock.