Baden
Neues Gebäude beim Bahnhof Baden ermöglicht Busfahrten durch den Berg

Ab Mai wird beim Bahnhof gebaut. Hier entsteht nicht nur ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Eine Neuerung wird es auch im Verkehrsregime geben: Busse fahren nämlich künftig durch das Erdgeschoss in den Tunnel.

Pirmin Kramer
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Situation heute: Das Gebäude an der Bahnhofstrasse 7.
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Bauarbeiten Bahnof Baden
So soll der Neubau beim Schlossberg aussehen.
Blick von der Schlossruine: Das neue Gebäude liegt direkt neben den Gleisen.

Situation heute: Das Gebäude an der Bahnhofstrasse 7.

PKR

Am Fusse des Badener Schlossbergs, zwischen Bahnhof und Altstadt, soll ab Mai 2015 ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Derzeit steht dort das sogenannte Haus Cachet, das abgerissen wird. Einzigartig: Das neue Gebäude wird so gebaut, dass die Busse durchs Erdgeschoss fahren können.

Das Buskonzept ist es, das einen Neubau an der Bahnhofstrasse 7 überhaupt nötig macht. Denn die Busachse Ost zwischen Bahnhof und Schulhausplatz wird künftig durch die Tunnelgarage geführt. So sollen der Schlossbergplatz und die letztes Jahr neu gestaltete Weite Gasse vom Busverkehr befreit werden.

Christian Lenz, Vertreter der «Miteigentümerschaft Wohn- und Geschäftshaus Schlossberg», erklärt: «Das bestehende Gebäude Schlossberg wurde von meinem Grossonkel in den Jahren 1957 bis 1964 gebaut. 2008 stellten wir fest, dass das über 40-jährige Gebäude saniert werden muss.» Geplant gewesen sei eine sanfte Renovation.

«Ein Jahr später gelangte aber die Stadt an uns: Der Schulhausplatz werde neu gestaltet, und dies habe Einfluss auf unser Gebäude.» Eine Buslinie werde genau dort durchführen, wo das Gebäude derzeit stehe. Lenz: «Völlig unerwartet wurde unser Gebäude zu einem wichtigen Mosaikstein des Schulhausplatzes.» Hand in Hand mit der Stadt Baden sei nun ein Bauprojekt ausgearbeitet worden. Das bestehende Gebäude wird abgerissen, der Neubau kommt ein paar Meter näher an die Bahngleise versetzt zu stehen. Direkt beim Ersatzneubau Schlossberg wird eine Bushaltestelle zu stehen kommen.

Für den Neubau hatte die Stadt Baden zusammen mit der Miteigentümergemeinschaft einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben. So sollte sichergestellt werden, dass das Projekt den hohen städtebaulichen Anforderungen genügt. Das Siegerprojekt ist ein Entwurf der BDE Architekten aus Winterthur. Architekt Amadeus Dorsch: «Der Neubau hat einen sehr exponierten Standort, befindet sich an der Nahtstelle zwischen Altstadt, Bahngleise und direkt am Fuss des Schlossbergs. Wenn man mit dem Zug aus Zürich in Baden einfährt, wird der Neubau das erste Gebäude der Stadt sein, das man sieht.»

Markantester Unterschied zum bestehenden Gebäude: Der Neubau wird ein Geschoss mehr haben. Neben den Verkaufs- und Gewerbeflächen entstehen auch Stadtwohnungen – drei Etagen- und acht Maisonettewohnungen. Christian Lenz: «Noch stehen die Mietpreise nicht fest. Klar ist, dass sie sich nicht im Luxus-, sonder im mittelpreislichen Segment bewegen werden.»

Gewerbe befürchtet Einbussen

Fragen und Kritik werfen Vertreter der Geschäfte auf, die sich im bestehenden Gebäude oder unterhalb des geplanten Neubaus im «Blinddarm» befinden. Der Vertreter eines Gastrobetriebes sagt: «Wenn wir unsere Aussen-Sitzplätze draussen zwei Sommer lang nicht anbieten können, weil der Platz für Baustelleninstallation vorgesehen ist, dann wird der Laden seiner Existenz beraubt.» Er forderte Gespräche mit Bauherr.

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