Baden
Neues Jugendkulturlokal Werkk wächst heran – ein Augenschein

Noch ist das «Werkk» in Baden nicht vollbracht: Ein erster Einblick in die Baustelle in der Alten Schmiede verrät: Das Jugendlokal wird ein echtes Bijou.

Daniel Vizentini
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Neues Jugendkulturlokal Werkk wächst heran – ein Augenschein
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In der Aussenbar wird noch eine Wendeltreppe eingebaut.
Die Innenbar entsteht in diesem Raum links von der Bühne.

Neues Jugendkulturlokal Werkk wächst heran – ein Augenschein

Daniel Vizentini (dvi)

Wer von aussen her auf die Alte Schmiede in Baden Nord schaut, merkt den allmählichen Fortschritt der Bauarbeiten fürs neue Jugendkulturlokal «Werkk». Der alte Annexbau wurde abgebrochen, die Zielgelstein-Fassade der denkmalgeschützten Fabrikhalle wurde instandgesetzt, auf dem Vorplatz rechts des Gebäudes steht eine lange Betonbank und dahinter das neue, dreigeschossige Gebäude, in dem das Restaurant und die Atelierräume des «Werkk» entstehen werden.

Doch wie sieht das Ganze drinnen aus? Gestern Mittag wurde das Geheimnis gelüftet: Der Konzertsaal – das Herz des Kulturlokals – ist in seinen Grundzügen vollendet. Die beiden Bartheken stehen und verraten bereits, wie die Verpflegungsräume und die Küche des «Werkk» aussehen werden. Im Obergeschoss erkennt man schon den grosszügigen Backstageraum samt privater Dusche sowie das künftige Büro der «Werkk»-Leitung. Im Untergeschoss werden derzeit die beiden WC-Anlagen, die Garderobe und fünf Proberäume für Bands festiggestellt. «Der Rohbau ist so weit vollendet», sagt Bauleiter Bruno Schürpf. Nun sei der Innenausbau an der Reihe. Zudem müssten die technischen Anlagen eingebaut werden, darunter auch eine Entrauchungsanlage für den Brandschutz (siehe Text unten).

Hält man kurz inne und beobachtet die Räumlichkeiten, kann man sich die Jugendlichen Aktivisten bereits vorstellen, wie sie an der Garderobe arbeiten oder die Gäste an der Bar bedienen. Mit etwas Fantasie erkennt man auch schon die Ecken, in welchen die jugendlichen Gäste gemeinsam «abhängen» und sich austauschen werden. Dafür bietet das «Werkk» um einiges mehr Platz als das «Merkker». Dies nicht zuletzt wegen der imposanten Fabrikhalle, die das Jugendlokal umgibt. Die Halle soll ebenfalls für Anlässe genutzt werden können. Dank einer Schiebewand kann der Konzertsaal des «Werkk» zur Halle hin geöffnet werden. Auf der rechten Seite der Halle stehen zudem mehrere grosse Metalltüren. Öffnet man diese – im Sommer etwa – wird die Halle mit dem Vorplatz, der langen Betonbank und den vielen Bäumen verbunden. Die Alte Schmiede mutet dann an wie eine offene Markthalle.

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass Bauleiter Bruno Schürpf in einer denkmalgeschützten Halle ein Kulturlokal einbauen kann. Entsprechend spürt man seine Freude, wenn er über den Bau spricht. «Es ist eine spannende Aufgabe, diesen modernen Einbau in der alten Halle zu durchzuführen», sagt er. Ihm gefalle besonders, dass der Bau nicht piekfein, sondern im rostigen «Fabrik-Groove» daherkommen soll. «Diese alten Mauern sollen Geschichten erzählen können.» Das mache den Reiz des künftigen Jugendlokals aus.

Was für die alte Fabrikfassade gilt, wird auch das «Werkk» gelten. Generationen von Badener Jugendlichen werden in diesen Räumen ihre ersten Konzerte erleben, die ersten Partynächte durchtanzen, zum ersten Mal einen Bub oder ein Mädchen küssen. Nach 109 Jahren Fabrikgeschichte beginnt im September das Kulturkapitel in der Alten Schmiede.

Wegen Entrauchungsanlage: Mehrkosten für Jugendlokal

Nach den Sommerferien eröffnet das Badener Jugendkulturlokal «Werkk» in der Alten Schmiede. Die Stimmbürger hatten dafür einen Baukredit von 6,8 Millionen Franken genehmigt. Wie das Badener Tagblatt erfahren hat, ist die Stadt nun mit einer zusätzlichen behördlichen Forderung konfrontiert worden, die Projektleiter Julius Schulz als «ärgerlich, aber keineswegs dramatisch bezeichnet». «Die Aargauische Gebäudeversicherung verlangt, dass eine Entrauchungsanlage eingebaut wird», bestätigt Schulz. Diese Brandschutzvorkehrung sei bei den Vorabklärungen mit der AGV noch nicht verlangt worden, die Stadt müsse nun relativ kurzfristig handeln. Ulrich Brunner von der AGV entgegnet: «Wir haben eine Entrauchungsanlage von Beginn an gefordert. Offenbar waren sich die Planer der Kosten nicht bewusst.» Wie viel die Entrauchungsanlage die Stadt Baden kosten wird, werde derzeit abgeklärt, sagt Projektleiter Julius Schulz. «Entscheidend ist, dass der Eröffnungstermin nach den Sommerferien nicht verschoben werden muss. Wir haben genug Zeit eingeplant, um Unvorhergesehenes zu bewältigen, das kommt uns nun zugute.» (pkr)

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