13 Standorte wurden damals für einen Spitalneubau evaluiert. Doch im Jahre 1965 machte «Dättwil-Hochstrass» das Rennen.

Die Wahl erwies sich auch aus heutiger Perspektive als goldrichtig und insbesondere als weitsichtig. Damit hatte man die Möglichkeit geschaffen, erstens bei Bedarf weitere Bauten oder eine Spitalerweiterung zu realisieren, zweitens einen Neubau, wie er jetzt geplant wird, so zu erstellen, dass der Spitalbetrieb im bestehenden Bau ungeachtet weiterfunktionieren kann. Im Sommer 1978 wurde das Kantonsspital eingeweiht.

Der Plan im Bild oben zeigt, wie der ausgedehnte Neubau mit dem Bettenhaus neben dem bestehenden KSB zu liegen kommt. Um die akute Platznot zu beheben, hat die Kantonsspital Baden AG nach der Umwandlung in eine privatrechtliche Gesellschaft in den vergangenen Jahren bereits mehrere Bauten in Angriff genommen. Mit Ausnahme der Erweiterung des Notfalls werden keine der nach 1978 entstandenen Bauten tangiert.

Neues Kantonsspital Baden vorgestellt

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Für 450 Mio. Franken wird ein neues Hauptgebäude für das Kantonsspital Baden gebaut. Tele-M1-Bericht von der Medienkonferenz.

Das Angebot erweitert

So wurden die jüngst erstellten Neubauten entsprechend dem Neubau-Konzept auf dem Spital-Areal platziert: Das neue Parkhaus (oben rechts) ist im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen. Der Kubus (unten), wo die ambulanten medizinischen Leistungen konzentriert werden, soll im kommenden Juni in Betrieb gehen. Das Angebot wird künftig die Radioonkologie, Onkologie, Hämatologie, Nephrologie, Dialyse sowie einen Operationsbereich umfassen.

Im dritten Quartal 2017 wird das Partnerhaus in Betrieb gehen, wo Partner des Kantonsspitals einquartiert werden. Als solche konnte das KSB gewinnen: die Unternehmensgruppe Reha-Clinic AG mit Hauptsitz in Bad Zurzach mit dem Angebot von stationärer und ambulanter Rehabilitation, das Kantonsspital Aarau mit einer Augenklinik sowie die Lungenliga Aargau mit Beratungsangeboten.

Gibt es jetzt noch schnellere Durchlaufzeiten und muss der Steuerzahler wirklich nicht mehr Zahlen?

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Kritische Fragen an CEO Adrian Schmitter (l.) und Verwaltungsratspräsident Daniel Heller.

Unmittelbar im Anschluss an den Bezug des Neubaus werde der Altbau abgebrochen, erklärte Verwaltungsratspräsident Daniel Heller. Das bedeutet ab Abbruch des Notfallspitals im Jahr 2017 eine fünfjährige Bauzeit in diesem Ortsteil von Dättwil.

Stadt begrüsst KSB-Neubau

Stadtammann Geri Müller erlebte die Diskussionen um das KSB noch als Grossrat in der Gesundheitsdiskussion. Damals, in den 90er-Jahren, stand noch ein Aargauer Zentralspital zur Diskussion. Dieses Projekt jedoch wurde nicht zuletzt von Baden und dem damaligen Stadtammann Josef Bürge in aller Härte bekämpft. Heute sieht Geri Müller das KSB nach wie vor als bedeutungsvoll für die Stadt Baden und Region sowie das Gesundheits-Netz Aargau Ost. «Sein Ziel, die bestmögliche und wohnortsnahe Behandlung für die Patientinnen und Patienten zu garantieren, und gleichzeitig für eine erweiterte Region da zu sein, ist auch unser Anliegen. Es wird in die Zukunft investiert, das ist aus Sicht der Arbeitsplätze positiv», sagt Müller zu den aktuellen Plänen.

Die fünfjährige Bauzeit in Dättwil will Müller nicht überbewerten: «Die periphere Lage ist eher ein vereinfachender Faktor. Uns ist wichtig, dass das KSB auch immer in Dättwil selber die Anwohner zeitgerecht und transparent informiert. Denn sie sind am meisten von den Immissionen betroffen.»

Standortförderung für Dättwil

Als problematisch betrachtet Müller die Situation beim Verkehr: «Am KSB werden mehr Menschen arbeiten, die Patientenzahlen – demzufolge auch die Zahl der Angehörigen und damit der Besucher – steigen. Es gibt weitere Projekte in Dättwil und in der Nachbarschaft, damit wird auch der Verkehr wachsen. Wir müssen uns neue Transportmittel überlegen, damit der Verkehr gut fliessen kann.»

Der Stadtrat ist sich laut Stadtammann Müller im klaren: «Wir sehen auch die Chancen: Dättwil kann sich mit solchen Investitionen zu einem noch besser funktionierenden, breiter abgestützten, Quartier entwickeln. Es entsteht ein guter Mix von Arbeit, Wohnen, Freizeit und zeitnah sogar Hotellerie.» Seitens der Bauherrschaft rechnet man nicht mit grossen Widerstand gegen das Bauprojekt und erwartet ein speditives Genehmigungsverfahren.