Auf der grünen Wiese hinter dem Bahnhof Lupfig spriessen sie wie Pilze aus dem Boden: Nach den Neubauten von Stiebel Eltron, Green Datacenter und Festo ist bereits ein weiteres Bauwerk – ein Logistikcenter der Badener Brauerei H. Müller AG – in Planung.

Geschäftsführer Felix Meier sagt, dass sämtliche Geschäftsbereiche ausser der Produktion und der Abfüllung ins Eigenamt verlegt werden. Auf knapp 5900 m2 werden der gesamte Vertrieb mit Logistik, das Bestellbüro, die Administration sowie das Finanzwesen angesiedelt.

In Baden wird nach wie vor gebraut und in die verschiedensten Behältnisse wie Fässer, Tanks, Mehrweg- und Einwegglas abgefüllt. Ebenso verbleiben laut Meier die Verpackungsarbeiten im Einwegbereich in Baden.

Auch der «Müller Bräu Biergarten» bleibe selbstverständlich am aktuellen Standort und werde in Zukunft zusätzlich durch eine Bierhalle ergänzt. «Wir werden also in naher Zukunft ein ganzjähriges Gastro-Angebot an diesem ausgezeichneten Standort, inmitten der Stadt Baden und direkt beim Bahnhof gelegen, anbieten können», betont Felix Meier.

Zu eng in Baden für grosse LKWs

Gründe für den Umzug sind einerseits die sehr begrenzten Platzverhältnisse bei derzeit rund 50 Lastwagen-Bewegungen für Zu- und Ablieferungen pro Tag am Standort Baden.

«Zu einem grossen Teil werden wir mit Sattelzügen beliefert, für die es immer schwieriger wird, sich durch die engen Verhältnisse zu schlängeln», erklärt der Geschäftsführer. Das koste für alle Beteiligten viel Zeit und Aufwand in Bezug auf die logistischen Abwicklungen.

Andererseits werden die freiwerdenden Flächen mit einer Immobiliennutzung ergänzt. Zusätzlich zur neuen «Müller Bräu Bierhalle» sollen in vier verschiedenen Wohnkomplexen Mietwohnungen angeboten werden.

Ein Teil ist für Gewerbe und Verkaufsfläche vorgesehen. «Wir sind zeitlich im Plan. Der Baubeginn in Lupfig wird nach Erhalt der Baubewilligung in Baden erfolgen», fährt Felix Meier fort.

Derzeit wird der Gestaltungsplan für das Müller-Bräu-Areal in Baden erarbeitet. Dank sehr guter Zusammenarbeit der Beteiligten hätten bis jetzt alle gesetzten Termine eingehalten werden können. «Gemäss unserem sportlich definierten Plan sollten wir den Betrieb in Lupfig 2018/19 aufnehmen können», sagt der Geschäftsführer.

Automatisiertes Hochregallager

In das zum grössten Teil automatisierte Logistikcenter im Eigenamt will Müller Bräu rund 9 Mio. Franken investieren. Mit anderen Worten: Die Paletten werden in einem Hochregal gelagert und je nach Bedarf automatisch für die Rüstarbeiten zur Verfügung gestellt.

Die Automatisierung erfolgt laut Meier für die Warengruppen mit entsprechend hohem Umschlag. Rund 35 Arbeitsstellen werden von Baden nach Lupfig verschoben. Auf den Personalbestand habe der Umzug keine direkten Einwirkungen, betont Felix Meier.

Der Müller-Bräu-Chef sieht am Standort Lupfig gleich mehrere Vorteile für das KMU: ideale Erreichbarkeit sowie optimale Anbindung an die Verkehrswege in alle Richtungen.

Die Erleichterungen in Bezug auf die logistischen Abwicklungen seien erheblich, sodass das Unternehmen die Abläufe klar und effizient gestalten könne. Kaum gesagt, legt Felix Meier ein Lippenbekenntnis zum bisherigen Firmensitz ab: «Mit unserem Plan streben wir zwar eine örtliche Trennung der beiden Bereiche Produktion und Logistik an. Aber Müller Bräu bleibt in Baden und das feine Bier wird immer in Baden gebraut werden, inmitten der Stadt auf dem Müller-Bräu-Areal, ganz nach dem Motto brauen – wohnen – geniessen!»

Und wie profitieren die Leute im Eigenamt? Am Standort Lupfig werde es garantiert einen Verkauf ab Lager geben, so Meier. In welcher Form genau sei allerdings noch nicht klar. Stolz ist er auf den Entscheid von Müller Bräu, dass der traditionsreiche Schweizer Betrieb weiterhin eigenständig geführt wird.