Spreitenbach
Neues Pflegezentrum in Spreitenbach in Planung

Im Sommer 2014 will die Senevita AG in Spreitenbach ein Pflegeheim mit mit ingesamt 140 Plätzen eröffnen. Das Unternehmen ist auf betreutes Wohnen und Pflege spezialisiert.

Dieter Minder
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Visualisierung eines Pflegezimmers nach dem Senevita-Standard. ho

Visualisierung eines Pflegezimmers nach dem Senevita-Standard. ho

Zirka 800 Pflegeplätze fehlen bis zum Jahre 2030 im Bezirk Baden. Dies hat eine Studie des Kantons ergeben. Ein Teil der fehlenden Plätze soll in Spreitenbach bereitgestellt werden. Die Senevita AG plant dort ein Pflegeheim mit rund 140 Betten. Rund 28 Millionen Franken dürfte die Anlage, ohne Innenausbau, kosten. «Investor und damit Eigentümer der Anlage ist die Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte (PAT BVG)», sagt Werner Müller, CEO der Senevita AG. Die Senevita wird das Gebäude mieten und das Pflegezentrum betreiben. Zusammen mit der PAT BVG plant die Senevita AG auch das Pflegezentrum in Studen.

Das Haus wird den besonderen städtebaulichen Charakter des Gebietes nordwestlich des Tivoli unterstreichen. Dort stehen bereits der Cash+Carry mit seinem flachen Tonnendach, die eher einem UFO ähnliche Umwelt Arena und voraussichtlich bis in zwei Jahren das ovale Pflegezentrum. Rein bewilligungstechnisch bilde ein solcher Bau keine Probleme, erklärt der Spreitenbacher Bauverwalter Oliver Lovisetto: «Er geht aber städtebaulich von einem ganz neuen Ansatz aus.» Er hebt sich von Bauten wie dem Tivoli ab und ist ein Solitär. Zurzeit liegt das Baugesuch auf.

Bewohner können Bewegungsdrang ausleben

«Die ovale Form wurde aus den Bedürfnissen der Bewohner entwickelt», sagt Werner Müller. «Sie können innerhalb des Hauses zirkulieren und so ihren Bewegungsdrang ausleben.» Als Spazierwege werden ihnen auch die um die Etagen führenden Loggien dienen. «Bei der gewählten Gebäudeform kommt man immer wieder an den Ausgangspunkt zurück.» Dass dies zusätzlich zu einer sympathischen Aussenform geführt hat, findet Müller positiv.

Visualisierung des ovalen Pflegeheims in Spreitenbach

Visualisierung des ovalen Pflegeheims in Spreitenbach

Das Gebäude weist zwei Untergeschosse, ein Erdgeschoss sowie sieben Obergeschosse auf. Im Erdgeschoss sind neben der Administration ein Restaurant und Räume für Mieter vorgesehen. Im Gespräch ist ein Ärztezentrum. «Das käme einerseits der Gemeinde Spreitenbach zugute und anderseits könnten wir Synergien nutzen», sagt Müller. Die Pflegezimmer sollen in den Obergeschossen eingerichtet werden. «Pro Etage sind zwei Pflegewohngruppen vorgesehen», sagt Müller. Dazu gehören auch Aufenthalts- und Essräume. Während die Zimmer für die Bewohner auf der Aussenseite des Gebäudes liegen, sind die Infrastrukturräume im Etagenkern vorgesehen. In der sechsten Etage ist eine Dementenstation geplant. Sie wird auch einen separaten Dementengarten aufweisen. In diesem können die Patienten spazieren, ohne sich zu gefährden oder das Areal unkontrolliert zu verlassen.

Pflegebetriebe sind sehr personalintensiv. «Wir gehen davon aus, dass im künftigen Zentrum rund 180 Leute arbeiten werden», sagt Müller. Das wird, so Gemeindeammann Josef Bütler, den Standort Spreitenbach stärken. Positiv findet er, dass auch Lehrstellen angeboten werden, denn: «Wir sind für eine gute Ausbildung unserer Jugend verantwortlich.»

Ingesamt 260 Plätze in Spreitenbach

Nach der Eröffnung des Pflegezentrums werden in Spreitenbach rund 260 Plätze für ältere oder pflegebedürftige Menschen angeboten. Das über 30 Jahre alte Alters- und Pflegeheim Brühl bietet rund 80 Betten. Im privaten Steinacherhof, neben dem Shoppi, gibt es 74 Alterswohnungen.

Ebene plus 1 (E+1) heisst das Konzept, mit dem die Gemeinde Spreitenbach den Fussgängerverkehr fördert. Die Grundidee ist, dass Fussgänger vom Wohngebiet südlich der Landstrasse bis zur Limmat gehen können, ohne je eine Strasse betreten zu müssen. Sie werden dereinst eine ganze Reihe von Stegen und Brücken zwischen den Gebäuden nutzen können. Investoren, die in Spreitenbach Gebäude erstellen, wie die Ikea oder die Umwelt Arena, müssen den Anschluss an dieses Fussgängernetz sicherstellen und finanzieren. Die Centermall zwischen Shoppi und Tivoli ist ein Element von E+1. Demnächst wird die Verbindung zwischen dem Tivoli und der Umwelt Arena hergestellt. An diese wird die Verbindung zum Pflegeheim Senevita angeschlossen.

«Wir sind glücklich , dass es diese direkte Fusswegverbindung gibt», sagt Werner Müller. Davon würden vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegezentrums profitieren. Der Spreitenbacher Gemeindeammann Josef Bütler macht noch auf einen weiteren Vorteil aufmerksam: «Mit diesem System öffnen wir den Weg zu den Überlaufparkplätzen.» Auf dem Areal der Umwelt Arena sind 300 dafür reserviert. Investoren haben sich in diese einzukaufen. «Damit erreichen wir eine Mehrfachnutzung der Parkplätze und verhindern zugleich den Sucherverkehr.» Im Bereich des geplanten Bahnhofes Spreitenbach der Limmattalbahn wird E+1 zum direkten Zugang zu den Perrons.