Spreitenbach
Neues Quartier für 700 Leute erhält die Baubewilligung

Die kürzlich erteilte Baubewilligung für zwei Grossprojekte im Gebiet Kreuzäcker bedeutet vor allem eines: Auf einer Fläche von zwei Fussballfeldern entsteht ein neues Quartier mit rund 700 Menschen.

Patrick Hersiczky
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Neben rund 160 Wohnungen sind auch Gewerbeflächen von 6000 Quadratmetern geplant.

Neben rund 160 Wohnungen sind auch Gewerbeflächen von 6000 Quadratmetern geplant.

Etienne
Neues Quartier in Spreitenbach

Neues Quartier in Spreitenbach

ZVG

Im Sommer wird der Spatenstich für die fünf Mehrfamilienhäuser mit Kindergarten, einem Hotel und zwei Gewerbegebäuden erfolgen. Die beiden Investoren, die Immo Invest und die Wartmann Immobilien AG, verbauen etwa 81 Millionen Franken.

Spreitenbach wächst

Die nahe dem Rangierbahnhof geplanten 165 Wohnungen haben für Spreitenbach grosse Bedeutung: Wachstum. Dazu hat der Gemeinderat einen Masterplan erarbeitet, der diese Entwicklung berücksichtigt. «Das Gebiet Kreuzäckerstrasse/Industriestrasse wird mit einer Haltstelle der Limmattalbahn erschlossen. Zudem wird es auf der Buslinie 303 eine zusätzlich Haltestelle geben», sagt Gemeindepräsident Valentin Schmid.

Von einer guten Auslastung eines weiteren Business-Hotels ist Schmid überzeugt: «Im Raum Spreitenbach/Baden hat es klar Potenzial für ein weiteres Geschäftshotel, unter anderem wegen der Nähe zum Flughafen und zur Stadt Zürich. Wir wissen auch, dass die anderen Business-Hotels in der Region stets gut ausgelastet sind.»

Hotelbetreiberin noch unklar

Andrea Schoop von der Immobilienverwaltung Iver AG ist zuversichtlich, dass alle Wohnungen vermietet werden: «Der Preis für eine 4,5-Zimmer-Wohnung beträgt ohne Nebenkosten knapp 2000 Franken. 1,5 Zimmer gibt es bereits für 1 100 Franken.» Das ist verglichen mit Zürich günstig. Wenn aber zu viele Wohnungen auf einmal auf den Markt kommen, könne es mit der Vermietung schwierig werden.

«Ursprünglich haben wir den Bezug der Wohnung auf Frühling 2017 geplant», sagt Schoop. Dies hätte aber bedingt, dass die Baubewilligung schon im vergangenen Oktober erteilt worden wäre. Gemäss Thomas Walter, Geschäftsführer bei der Wartmann Immobilien AG, mussten aber Änderungen an der Fassade vorgenommen werden, was zu Verzögerungen führte.

In der Überbauung gibt es nicht nur Wohnungen, sondern auch Platz für Gewerbe- und Verkaufsflächen. Laut Architekt Alexander Maier gibt es etwa 6000 Quadratmeter Gewerbefläche: «Verkaufslokale gibt es eher wenig, da in unmittelbarer Nähe das Shoppingcenter steht.»

Noch kein Entscheid ist bei der Hotelbetreiberin gefallen: «Wir warten mit der Planung noch, da es verschiedene Interessenten gibt.» Es entstehe ein grosses Hotel mit 40 Suiten und 120 Zimmern, so Maier.

Valentin Schmid, seit 2012 Gemeindepräsident von Spreitenbach. Herr Schmid, in Spreitenbach rechnen Sie in den kommenden 15 Jahren mit bis zu 4000 neuen Bewohnern. Wie begegnen Sie diesem Bevölkerungszuwachs von über 35 Prozent? Valentin Schmid: Zuerst muss ich sagen, dass nicht nur Spreitenbach so stark wachsen wird, sondern der ganze Kanton Aargau. Mit einem Masterplan wollen wir als Gemeinde auf diese Entwicklung vorbereitet sein. In der Verwaltung haben wir wenig Bedenken, dass durch dieses Wachstum ein wesentlich höherer Arbeitsaufwand entstehen wird. Die Schulraumplanung ist dagegen stark gefordert, weil auch viele Familien zuziehen werden. Haben Sie eine Erklärung dafür, weshalb so viele Menschen plötzlich nach Spreitenbach ziehen wollen? Spreitenbach ist eine attraktive Wohngemeinde. Ich gehe davon aus, dass wir vor allem aus dem Kanton Zürich viele Neuzuzüger haben werden. Wir stellen aber klar fest, dass es innerhalb Spreitenbachs Umzugswillige gibt. In letzter Zeit gab es in unserer Gemeinde nicht viele Neubauprojekte. Vielen Spreitenbachern gefällt es bei uns, aber der Trend zu neueren und grösseren Wohnungen ist auch bei uns sehr ausgeprägt. Es gibt Stimmen, die sich gegen die Verdichtung wehren und von Dichtestress reden. Soll Spreitenbach wirklich so markant wachsen? Leider vergessen viele Leute, dass vor zwei Jahren das Raumplanungsgesetz angenommen wurde. Viele, die damals Ja stimmten, waren sich wohl nicht ganz bewusst, was dies bedeutet. Das Potenzial im Gebiet Kreuzäcker beim Rangierbahnhof ist sehr gross, weil dort eine Haltestelle der Limmattalbahn gebaut wird. Zudem prüfen wir ein neues Buskonzept, welches das Areal erschliessen wird. Ich muss sagen, dass gerade das Projekt im Gebiet Kreuzäcker keine Einspracheflut ausgelöst hat. Es gab nur eine Einsprache, die einvernehmlich gelöst werden konnte.

Valentin Schmid, seit 2012 Gemeindepräsident von Spreitenbach. Herr Schmid, in Spreitenbach rechnen Sie in den kommenden 15 Jahren mit bis zu 4000 neuen Bewohnern. Wie begegnen Sie diesem Bevölkerungszuwachs von über 35 Prozent? Valentin Schmid: Zuerst muss ich sagen, dass nicht nur Spreitenbach so stark wachsen wird, sondern der ganze Kanton Aargau. Mit einem Masterplan wollen wir als Gemeinde auf diese Entwicklung vorbereitet sein. In der Verwaltung haben wir wenig Bedenken, dass durch dieses Wachstum ein wesentlich höherer Arbeitsaufwand entstehen wird. Die Schulraumplanung ist dagegen stark gefordert, weil auch viele Familien zuziehen werden. Haben Sie eine Erklärung dafür, weshalb so viele Menschen plötzlich nach Spreitenbach ziehen wollen? Spreitenbach ist eine attraktive Wohngemeinde. Ich gehe davon aus, dass wir vor allem aus dem Kanton Zürich viele Neuzuzüger haben werden. Wir stellen aber klar fest, dass es innerhalb Spreitenbachs Umzugswillige gibt. In letzter Zeit gab es in unserer Gemeinde nicht viele Neubauprojekte. Vielen Spreitenbachern gefällt es bei uns, aber der Trend zu neueren und grösseren Wohnungen ist auch bei uns sehr ausgeprägt. Es gibt Stimmen, die sich gegen die Verdichtung wehren und von Dichtestress reden. Soll Spreitenbach wirklich so markant wachsen? Leider vergessen viele Leute, dass vor zwei Jahren das Raumplanungsgesetz angenommen wurde. Viele, die damals Ja stimmten, waren sich wohl nicht ganz bewusst, was dies bedeutet. Das Potenzial im Gebiet Kreuzäcker beim Rangierbahnhof ist sehr gross, weil dort eine Haltestelle der Limmattalbahn gebaut wird. Zudem prüfen wir ein neues Buskonzept, welches das Areal erschliessen wird. Ich muss sagen, dass gerade das Projekt im Gebiet Kreuzäcker keine Einspracheflut ausgelöst hat. Es gab nur eine Einsprache, die einvernehmlich gelöst werden konnte.

AZ-Archiv