Baden

Neujahresapéro nach Aarauer Vorbild wird vom Stadtrat abgelehnt

Gut besucht: der Neujahrsapéro diesen Januar in der Halle 37.ASP/AZ-Archiv

Gut besucht: der Neujahrsapéro diesen Januar in der Halle 37.ASP/AZ-Archiv

SP-Fraktionspräsident Martin Groves forderte einen Neujahresapéro nach Aarauer Vorbild. Der Badener Stadtrat ist dagegen und beantragt die Nichtüberweisung des Postulats

Weiter entfernt könnte der Neujahrsapéro nicht sein: Vor einem guten halben Jahr fand er letztmals statt, und fast ebenso lange dauert es noch bis zur nächsten Durchführung. Auf politischer Ebene ist der Event aber derzeit ein Thema. Der Stadtrat hat entschieden, dass er den Anlass in Zukunft im selben Rahmen wie bisher durchführen will, also in der Halle 37 des Kongresszentrums Trafo, wo der Stadtammann eine Ansprache hält, während alle Einwohnerinnen und Einwohner Badens einen Gratis-Apéro geniessen dürfen. So lautet die Antwort auf das Postulat von SP-Fraktionspräsident Martin Groves, der gefordert hatte, der Neujahrsapéro in Baden solle zu einem Anlass werden, der das ganze Volk anspreche und nicht nur Teile davon.

«Kinder, Jugendliche, Migranten und jüngere Generationen fehlen an diesem Anlass fast vollständig, obwohl sie ebenfalls eingeladen wären», kritisierte Groves. Es fühle sich jeweils nur ein kleiner Bevölkerungsteil angesprochen. Die Stadt Aarau mache es vor, findet der Badener Sozialdemokrat. Die Bevölkerung treffe sich im Kultur- und Kongresshaus Aarau für ein Fest mit Musik, Tanz, Kinderprogramm, kulinarischen Leckerbissen und Barbetrieb. «Für Baden als Kulturstadt wünschen wir uns ebenfalls einen innovativen, lebendigen Neujahrsempfang.» Der Stadtrat soll darum eine Neugestaltung des Neujahrsapéros prüfen, so Groves. Der Badener Stadtrat will davon aber nichts wissen. Er beantragt an der Sitzung des Einwohnerrates nächste Woche die Nichtüberweisung des Postulats. «Wir wollen keinen Apéro wie die Aarauer», sagt Markus Schneider. «Wir haben Rückmeldungen der Gäste, dass der Apéro in der vorliegenden Form geschätzt wird.» Inputs seien aber jederzeit willkommen, und der Stadtrat überlege sich, ob er auch für Kinder etwas anbieten solle.

«Wir sind der Meinung, dass es beim Neujahrsapéro darum geht, der Bevölkerung Danke zu sagen. In Aarau zahlt die Bevölkerung für alles, was sie konsumiert. Wir aber finden, es darf nicht sein, dass die Leute am Neujahrsapéro zahlen müssen.» Aus Sicht des Stadtrates ist eine Durchmischung des Volkes sehr wohl vorhanden, es seien jeweils auch junge Leute und Familien mit Kindern vor Ort. «Überhaupt nicht vorstellen könnten wir uns, den Apéro jedes Jahr in einem anderen Quartier durchzuführen, weil es für 700 bis 800 Leute einfach nirgendwo sonst Platz hat», sagt Schneider.

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