Das Stichwort «Verbunden» wurde geografisch, historisch, politisch wie gesellschaftlich gepackt und erscheint eigentlich als unverfängliches Gesamtpaket. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Unter dem sinnigen Titel «Man muss den Mut haben, Entwicklungen auszulösen» kommen Susanne Voser, Gemeindeammann Neuenhof, Hans Fahrländer, Journalist und ehemals AZ-Chefredaktor, Bruno Meier, Historiker, und Beat Suter, Raumplaner, mit Moderator Urs Tremp, Journalist, in ihrer Diskussion jedenfalls zum Schluss, dass sich die Regionsgemeinden irgendeinmal zusammenraufen werden, wenn sich die richtigen Leute dafür vorne einspannen lassen und Überzeugungsarbeit von der Basis her leisten.

Eine bereits verbundene Region

Auf zwölf Seiten führt der Blick von vergangenen, misslungenen Zusammenschluss- oder Annäherungsversuchen über gemachte Fehler und deren Folgen, veränderte Ausrichtungen und Entwicklungen bis zu neuen Perspektiven. Es ist zweifellos die neu beginnende Legislaturperiode, in der auch dieses Thema wieder auf den Tisch gebracht wird – womöglich auch ganz unverbindlich.

Eines zeigen die Neujahrsblätter sehr deutlich: Es gibt sehr vieles, was diese Region zusammenhält. Da sind die zahlreichen Brücken über die Limmat und deren Geschichte, die in einem Kapitel beschrieben wird. Oder wie Baden und Fislisbach einen kleinen Schritt zur Verbindung machten, indem sie in den 1980er-Jahren im Esp ihre Fussballanlagen erstellten.

«Verbunden» ist die Region ohnehin bereits gut. Das beginnt bei der Stromversorgung, der ein Kapitel gewidmet ist, den verschiedensten Zweckverbänden der Region und führt bis zu den Kooperationen und Verbindungen, die in der Kultur gelebt werden. Das Beispiel Ennetbadens und Badens zeigt trotz bald 200 jähriger Trennung der beiden Gemeinden auf, wie sie eigentlich längst in «wilder Ehe» leben. «Es sind 35 Verbindungen: von der Graffitientfernung über den Krippenpool bis zum Krematorium», verriet Ruth Wiederkehr, die zusammen mit Benjamin Ryser und Sara Venzin die Redaktion bestreitet, in ihrer Begrüssung.

«Verbunden» ist die Region sogar weit in die Welt hinaus. Dies illustriert die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs initiierte Partnerschaft zwischen der rumänischen Stadt Sigisoara und Baden, aber auch die Verbindungen von Spreitenbach mit ihrer italienischen Partnergemeinde Bra. Daneben sind auch die kontrastreichen Verbindungen mit Baden-Baden und Baden bei Wien erwähnt. Spezieller Natur ist die wieder entstandene Verbindung zwischen Birmenstorfer Auswanderern in Argentinien und ihrer Heimat, eine Hermandad (Freundschaft), die im Jubiläumsjahr 1991 entstanden ist und nun weiter gepflegt wird. Dann wird das Geheimnis gelüftet, warum viele in Wettingen ansässige italienische Auswanderer ausgerechnet aus San Giovanni in Fiori stammen.

David Hess auf Badenfahrt 2067

Die historischen Recherchen unter «Stadt und Region» greifen auch in der neusten Ausgabe interessante Geschichten auf, so diejenige über die frühere Biscuitsfabrik A. Schnebli & Söhne in Baden oder die Ziegelei Rohner in Wettingen. Und im Blick voraus wird anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums auf den Landesstreik 1918 in der Region Baden eingegangen.

Das vergangene Jahr lässt sich wie in jeder Ausgabe in der Chronik und in den Rückblicken zu Politik, Wirtschaft, Kultur und Wetter nachlesen, die nach der schönen Tradition, verstorbene Personen zu würdigen, die sich um die Region verdient gemacht haben. Nach einem Badenfahrt-Jahr findet sich natürlich auch ein reich illustrierter Rückblick auf dieses regionale Ereignis in den Neujahrsblättern. Ganz anders dann die utopische Schilderung über die spannend zu lesende «Badenfahrt 2067», natürlich begleitet von David Hess.

35 Autoren haben bei der 220 Seiten starken Ausgabe der BNB 2018 mitgewirkt. Es entstand ein spannendes Werk, auf das auch die beiden Herausgeber – die literarische Gesellschaft Baden und die Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden – stolz sein dürfen.

Unter der Regie der Redaktion, unterstützt von ihrer Kommission (und zahlreichen Gönnern), zusammen mit dem Verlag «Hier und Jetzt», wurde nichts dem Zufall überlassen. So hatte Musiker Nic Niedermann, der die Vernissage auf der Gitarre umrahmte, vor 12 Jahren mit den Tonic Strings als Badener in Sigisoara konzertiert. Nebst der Stromversorgung besorgte die Regionalwerke AG an der Vernissage den Apéro, bei dem, ganz getreu dem Thema, persönliche Verbindungen gepflegt werden konnten.