Baden

Neun Stunden Dreh für einen Videoclip

Auf dem Filmset: Szene mit Sängerin Mirjam Harzenmoser für den Videoclip «Get a grip on me». chk

Auf dem Filmset: Szene mit Sängerin Mirjam Harzenmoser für den Videoclip «Get a grip on me». chk

Die Pop-Band «triplicate» realisiert den Videoclip zu ihrem Song «Get a grip on me» zusammen mit einer Filmcrew. Die Dreharbeiten fanden in der Unvermeid-Bar in Baden statt.

Es ist dunkel, die Dreharbeiten sind bereits voll im Gange. «Wir stellen um», weist der Regisseur an. Rasch werden die Scheinwerfer gedreht, die Tische hergezogen. «Bitte ausleuchten.»

In der Unvermeid-Bar in Baden hat sich ein rund 20-köpfiges Team eingefunden: eine Filmcrew, die Band «triplicate», Statisten, eine Stylistin und eine professionelle Schauspielerin. Die jungen, kreativen Menschen arbeiten alle unentgeltlich bei der Produktion des Videoclips «Get a grip on me» mit. Die Anweisungen der Filmcrew sind knapp und klar: «Okay, noch einmal – aber nicht in die Kamera schauen.» Eine Herausforderung für die Laienschauspieler, auf dem Filmset sofort umzusetzen, was verlangt wird. «Bereit? Action!», ruft der Produktionsmanager.

«Eigentlich sind wir alle mehr im Jazz zu Hause; diesmal wollten wir etwas Neues ausprobieren und wagten uns an den Pop», sagt die Sängerin Mirjam Harzenmoser aus Mön-thal. Eine Rohversion des Songs «Get a grip on me» entstand vor zwei Jahren im Rahmen ihrer Maturarbeit an der Kantonsschule Wettingen.

Erstes Album Ende Jahr

Alexander Merz aus Niederlenz und Philipp Indlekofer aus Rüfenach komponierten Harmonien und Rhythmik, Harzenmoser schrieb dazu Text und Melodie. «Es handelt sich um Beziehungen, um Liebe – das ist es, was in der Popmusik gefragt ist.» Die Bandmitglieder sind diesmal nur Statisten; die Studioaufnahmen wurden bereits im Dezember gemacht. Indlekofer hat sich der Produktion angenommen. Das erste Album von «triplicate» soll Ende Jahr erscheinen.

Für einen Moment legt der Regisseur und Filmemacher Christoph Jehle die Kamera zur Seite. Aufgewachsen in Schafisheim, studiert der 22-Jährige «Media Arts» in Plymouth, Südengland. Die Aufgabe des Jungfilmers auf dem Set ist aufgrund des Zeitdruckes sehr anspruchsvoll: «Es gibt immer wieder Wartezeiten, die Konzentration darf jedoch nicht nachlassen», sagt er.

Simpel und klischeehaft

Wie das Drehbuch entstanden ist? «Wir hörten uns das Stück an und stellten uns passende Szenen dazu vor.» Die Handlung sei simpel und klischeehaft, was zur Popmusik passe: Die Hauptdarstellerin Eliane Iten nimmt an einem Speed-Dating teil und trifft sich mit mehreren Kandidaten. Iten mag Dreharbeiten für Filme, obwohl sie zeitaufwändig sind: «Wenn alle Szenen zusammengesetzt werden, ist das enorm spannend.»

Aufgewachsen im Engadin hat sie die Schauspielschule in Zürich und New York absolviert und arbeitet als freie Schauspielerin für verschiedene Theater- und Filmprojektionen.

«Noch eine Halbtotale?», ruft der Kameramann. Die Szene gelingt. «Perfekt!» Nach neun Stunden ist alles in der Kiste: Es folgt die knifflige Bearbeitung. «Wir werden versuchen, den Videoclip an Filmfestivals zu zeigen, sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland und England», sagt der Filmstudent zuversichtlich. «Wenn er gut wird, können wir ihn beispielsweise für die Zürcher Jugendfilmtage einsenden.»

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