18,7 Millionen Franken. So viel Geld hat die Gemeinde Mellingen in die Erweiterung der Schulanlage investiert. Am Standort an der Bahnhofstrasse ersetzt das neue Gebäude die alte Turnhalle. Neu stehen dort eine Doppelturnhalle, zahlreiche Klassenzimmer für die Sekundar- und Realschule sowie Musikräume. Nach gut zwei Jahren Bauzeit war zum Schulbeginn alles pünktlich fertiggestellt – am Donnerstagabend folgte die offizielle Einweihung.

Ihren Anfang fand sie in der Doppelturnhalle, wo sich zum Eröffnungsakt das «Who’s-who» der Gemeinde Mellingen versammelte: Gemeinderäte, Schulleitung, Lehrer und geladene Gäste. Von Schülern moderiert und von der Musikschule mit Darbietungen umrahmt, richteten die Hauptpersonen des neuen Gebäudes ihr Wort an die Gäste. Architekt Martin Leder absolvierte einst selbst seine Schulzeit in Mellingen. Er entschuldigte sich dafür, dass auf die geplante «Kunst am Bau» schliesslich aus Kostengründen verzichtet werden musste. Gemeindeammann Bruno Gretener war jedoch nicht nachtragend und übergab das Schulhaus symbolisch mit einem grossen Hufeisen offiziell an Stefan Lüpold und Brigitta Roth von der Schulleitung.

Neueste Technik im Unterricht

Beim anschliessenden «offenen Schulhaus» bot sich für die Besucher die Gelegenheit, die neuen Räume besser kennenzulernen. Und diese haben es in sich: Für Gesprächsstoff sorgten insbesondere die neuen Wandtafeln – die eigentlich gar keine Wandtafeln mehr sind. Klappt man nämlich die klassische schwarze Fläche zur Seite, findet man im Hintergrund zwei Whiteboards sowie einen Grossbildschirm. Dieser ersetzt im neuen Schulhaus den Beamer. Was ist denn am neuen Gerät besser? Die Bildschirme sind mit über 6000 Franken pro Stück um einiges teurer als ein Beamer. «Die Lebensdauer ist jedoch bei der neuen Technologie länger», erklärt Musiklehrer Antonio Mele. Nach seinen Erfahrungen steigen die Beamer im Durchschnitt nach etwa fünf Jahren aus – der Hersteller der neuen Geräte gibt gar eine Garantie auf die ersten sieben Jahre ab, die Lebensdauer wird etwa doppelt so lange geschätzt. «Zudem sind sie energieeffizienter und haben mehr Funktionen», ergänzt Mele. Von Letzteren konnten sich die Gäste an der Einweihung gleich selber ein Bild machen. Der «C-Touch» ist mit seiner Touchscreen-Funktion Wandtafel, Leinwand und Ersatz des alten Hellraumprojektors zugleich. Dies mithilfe eines sogenannten «Visualizer», der per Kamera ein Objekt (wie einen Notizblock) auf den Bildschirm überträgt.

Verändert die neue Technik auch den Unterricht? Realschullehrer Urs Flückiger ist davon überzeugt. Noch seien allerdings die Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft: «Auch die Lehrer befinden sich bezüglich der Technik immer noch in einem Lernprozess. Der Unterricht wird künftig noch interaktiver werden.» Die Schüler finden offenbar schon jetzt daran Gefallen, wie Flückiger bestätigt.