Baden

Nicht alle freuen sich auf die Sommerbeiz

Nächstes Jahr soll eine Sommerbeiz Besucher zum Tränenbrünneli locken. NLA

Nächstes Jahr soll eine Sommerbeiz Besucher zum Tränenbrünneli locken. NLA

Anwohner sorgen sich, dass mit einer Beiz beim Tränenbrünneli der Lärm zunimmt und eine Ruheoase verschwindet. «Ein ruhiger Platz der Erholung verschwindet – es ist zum Weinen», schreibt ein Ennetbadener.

Die Limmat gurgelt und die Blätter der Bäume rascheln im Wind. An der Limmatpromenade am Rande der Badener Altstadt geniessen viele ihre Mittagspause auf einem Bänkli im Schatten oder flanieren dem Fluss entlang.

Im kommenden Sommer könnte sich das ändern: Fabienne Tanoa und ihr Ehemann Earl-Jae Tanoa planen auf dem Platz beim Tränenbrünneli eine Sommerbeiz mit 60 Plätzen.

Dort soll es eine kleine Mittagskarte geben, und abends wäre sie bis maximal 23 Uhr geöffnet. Das Baugesuch bei der Stadt Baden wurde eingereicht, der Grundriss ausgesteckt.

Nun wird Kritik aus der Bevölkerung laut. In einem Leserbrief schreibt Wolfgang Czerwenka aus Ennetbaden: «Ein ruhiger Platz der Erholung verschwindet – es ist zum Weinen.»

Er befürchtet Littering und Lärm und findet, dass ein ökologisch wichtiger Ort «verschandelt» werde. «Wir werden uns wehren», sagt Czerwenka.

Und meint damit sich selber und die Anwohner der Sonnenbergstrasse und des Limmatauwegs. Er selbst habe das Baugesuch studiert und werde eine Einsprache einreichen. «Sieben Tage pro Woche Remmidemmi von 9 bis 23 Uhr ist für uns nicht aushaltbar.» Der Platz beim Tränenbrünneli sei der falsche Ort für einen Barbetrieb.

Markus Kaiser, der Präsident des Quartiervereins Altstadt, teilt die Einschätzung des Leserbriefschreibers: «Das Lärmproblem in der Altstadt ist aber ein generelles.»

Er möchte das nicht nur auf die geplante Sommerbeiz beim Tränenbrünneli schieben. Lärmig sei es auch rund um den Theaterplatz und beim «Triebguet». Zudem liege momentan noch ein zweites Baugesuch auf: Für eine Bar an der Rathausgasse, die bis 2 Uhr geöffnet haben soll. Der Vorstand werde das Lärmproblem in der nächsten Sitzung thematisieren.

Fabienne Tanoa ist nicht überrascht, dass es Einsprachen geben wird. Die Limmatpromenade sei jedoch bereits heute sehr belebt und keine Naturoase.

Trotzdem stellt sie klar: «Wir möchten keine Party-Bar und es wird keine verstärkte Musik geben.» Auch das Alkoholangebot sei beschränkt. Damit sich an der Limmatpromenade keine Abfallberge türmen, werden die Mitarbeitenden der Beiz jeden Abend «fötzeln».

«Wahrscheinlich wird es sogar sauberer als vorher», sagt Tanoa. «Wir ‹fötzeln› nämlich nicht nur unmittelbar vor der Beiz, sondern bis zum Lift und zum Anfang des Limmathofes.»

Georg Schoop, Stadtoberförster in Baden, steht dem Projekt wohlgesinnt gegenüber. So, wie es geplant sei, stehe es nicht im Konflikt mit der Natur.

Ihm ist wichtig, dass die Wiese nicht beschädigt wird. «In ihr leben Heuschrecken und Schmetterlinge», sagt Schoop.

Deshalb werde man bestimmte Auflagen formulieren. Auch die Beleuchtung der Beiz werde er mit einem Spezialisten anschauen, damit diese die nachtaktiven Fledermäuse an der Limmatpromenade nicht stören wird.

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