Stadtfest
Nicht alle Stände passen ins Stadtfest-Bild

An der Badstrasse und in der Weiten Gasse wimmelt es von reinen «Fressständen».Denn im Gegensatz zu den aufwendig erbauten Festbeizen handelt es sich bei den dortigen Ständen um reine Verkaufsstände, wie man sie von jeder Chilbi kennt.

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
Mexikanischer Verpflegungsstand in der Badstrasse
8 Bilder
Liebloser Verpflegungsstand in der Badstrasse
Die Standmeilen in der Badenerstrasse und in der Weiten Gasse
Stand mit ungarischen Spezialitäten in der Badstrasse
Klassischer Markt-Verpflegungsstand am unteren Bahnhofplatz
Verpflegungsstand mit kolumbianischen Spezialitäten
Karibik-Stand in der Badstrasse
Die Remember-Bar am Bahnhofplatz

Mexikanischer Verpflegungsstand in der Badstrasse

Alex Spichale

Mexikanische Fajitas, thailändisches Curry, italienische Pizza, französische Crêpes und Magenbrot. All das wird in der Badstrasse und der Weiten Gasse in zigfacher Ausführung feilgeboten. Eigentlich köstlich – und trotzdem begeistert die Standmeile im Festgebiet kaum jemanden. Denn im Gegensatz zu den aufwendig erbauten Festbeizen handelt es sich bei den Ständen in der Badstrasse und der Weiten Gasse um reine Verkaufsstände, wie man sie von jeder Chilbi kennt.

Das Gesicht des Stadtfests sind die tollen Bauten. Aber weil es eben gerade in der Badstrasse und der Weiten Gasse – mit wenigen Ausnahmen – von den an jedem Markt üblichen «Fressständen» wimmelt, bekommen viele auswärtige Besucherinnen und Besucher zuerst dieses Gesicht des Stadtfests zu sehen. Denn wer mit dem öffentlichen Verkehr nach Baden anreist, für den ist das Festgebiet Bahnhofplatz das logische Eingangstor zur Festmeile.

Festbeizer fühlen sich gestört

«Zwischendurch mag es diese 08/15-Stände schon vertragen, aber die Massierung am Bahnhofplatz ist extrem», sagt Martin Langenbach, Präsident des Römer Quartiervereins, der auf dem Bahnhofplatz eine Festbeiz betreibt. In Randzeiten würden zudem Gäste ausbleiben, weil für sie das Stadtfest offensichtlich am Schlossbergplatz vor der Standmeile beendet sei.

Thomas Strasky, Zunftmeyster der Zunft zur Sankt Cordula, die eine Festbeiz in der Weiten Gasse betreibt, geht mit den Ständen härter ins Gericht: «Uns stören diese Stände sehr.» Er sieht aber auch ein, dass für die Verpflegung der vielen Besucher die Festbeizen alleine kaum ausreichen würden. «Dennoch sollten die Stände besser in das Erscheinungsbild integriert werden», sagt Strasky.

Gegenüber der az Aargauer Zeitung nimmt auch das Komitee Stellung: «Die Festbeizen haben nicht genügend Kapazitäten, um alle Stadtfestbesucher zu verpflegen», sagt Erik Aslaksen, im Stadtfest-Komitee zuständig für die Verkaufsstände. Deshalb sei dies eine rein mathematische Angelegenheit.

«Dass diese Stände nicht so schön sind, ist unbestritten. Sie tragen nichts zum einmaligen Charakter des Stadtfestes bei», so Aslaksen. Er bestreite nicht, dass es in diesem Bereich ein Verbesserungspotenzial gebe, aber es sei immer eine Abwägung zwischen den Vor- und Nachteilen von Standorten und Verpflegungskonzepten. «Aber an einem Fest dieser Grösse lassen sich diese reinen Verkaufsstände nicht umgehen.»