Baden

Nicht allen bleibt das Billett für das Stadtfest Baden erspart

Wissenswertes zum Stadtfest Baden. (Archiv)

Wissenswertes zum Stadtfest Baden. (Archiv)

Spielen die Badener wieder mal verrückt, dann wollen bekanntlich nicht nur die Zürcher, sondern auch alle andern Aargauerinnen und Aargauer daran teilhaben. Wissenswertes zum Stadtfest für Nicht-Badener.

Die Tradition will es, dass dem alle fünf Jahre so ist. Die weltoffene Bäder- oder besser gesagt Fest-Stadt zeigt sich von ihrer gastfreundlichen Seite und lässt alle gern an ihrem grossen Fest teilhaben. Damit der Aufenthalt am heute beginnenden Stadtfest in bester Erinnerung bleibt und eine Integration in die riesige Festgemeinde gewährleistet ist, eignet man sich am besten das notwendige Grundwissen an.

Stadtfest und nicht Baderfahrt oder Badenfahrt

Auswärtige Besucher entlarven sich oft allein dadurch, dass sie die «Badenerfahrt» super finden. Achtung, und ein für alle Mal: Es heisst definitiv «Badenfahrt». Doch keine Angst. Wenn auch die mit architektonisch beeindruckenden Festbeizen überstellte Stadt den Anschein danach erweckt, so heisst es diesmal ultimativ «Stadtfest», ohne die Ansprüche an die begonnenen zehn Tage herabwürdigen zu wollen.

Apropos Bauten: Die Sicherheit der teilweise mehrgeschossigen Kunstbauten ist gewährleistet, wenn auch die Akten von rechtsgültigen Baubewilligungsverfahren fehlen. Sie sind aber allesamt statisch überprüft worden. Wenn sich in einer solchen Beiz ein Unfall ereignet, dann liegt es in der Regel am Alkoholpegel des Gastes.

Und da sind wir - zumindest für das Festvolk, das ausserhalb der Region zu Hause ist - beim springenden Punkt, und die Frage liegt auf der Hand: Wie kommen wir denn sicher nach Hause, wenn wir ein Glas zu viel intus haben? Bei den grossen Badener Festen empfiehlt es sich auf jeden Fall, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

So kommen Sie nach Baden

Jetzt wird es etwas kompliziert: Mit dem Festpass (zehn Tage für 40 Franken) oder einen Tagespass (12 Franken), fährt jedermann aus jenen 17 Zonen, aus denen Busverbindungen in die Fest-Stadt bestehen, ab einer Stunde vor Festbeginn und bis eine Stunde nach Festende gratis nach Baden oder von Baden nach Hause, das heisst Montag bis Freitag ab 17 Uhr, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr. Für Fahrten innerhalb des A-Welle-Gebiets, die über diesen Geltungsbereich hinausführen, ist ein Anschlussbillett nötig. Spezialbillette löst man an A-Welle-Automaten (Zehntages- und Tagespass) und an SBB-Billettautomaten (nur Tagespass). Spezialbillette sind zudem an Schalterstellen oder beim Postauto-Chauffeur erhältlich. Der Nachtzuschlag ist im Festpass inbegriffen, auch in den Nachtzügen nach Zürich.



Übrigens: Unter der Woche fährt um 00.30 Uhr der letzte Zug nach Aarau, am Wochenende um 4.27 Uhr.

Ein konkretes Beispiel schafft zweifellos Klarheit: Ein Aarauer löst ein Einzelbillett Lenzburg retour und ein Spezialbillett Stadtfest. Wenn er dieses in Baden vorweist, erhält er einen Zehntages- oder einen Tagespass. Wer dennoch mit dem Auto kommen will, muss sich unter der Woche seinen Parkplatz erst suchen. An den Wochenenden wird ab 17 Uhr die Neuenhoferstrasse gesperrt und für rund 900 Parkplätze freigegeben.

Wer besonders fit ist, schwingt sich aufs Velo und geht damit ans Fest, wo die IG Velo sogar eine bewachte Velostation eingerichtet hat. Doch aufgepasst: Auch die Heimfahrt per Velo kann je nach Alkoholkonsumverhalten problematisch werden.

Stress am Stadtfest

Was bietet denn dieses Stadtfest in Baden überhaupt? Zum Beispiel Stress - der bekannte Rapper ist gemeint. Es gibt viele Gründe, nach Baden ans Stadtfest zu fahren; sie alle aufzuführen, würde mehrere Seiten dieser Zeitung füllen. Täglich finden auf der Grossen Bühne im Graben, aber auch auf der Kleinen Bühne der az Aargauer Zeitung in der Stanzerei drei bis vier Konzerte statt. Auf dem Theaterplatz mit zwei Kleinbühnen und einer Aussenbühne bietet das Programm täglich über ein Dutzend Acts; hinzu kommt der Unterhaltungsbetrieb in «Little Wettige», der Wettinger Enklave am Stadtfest, die Kinderwelt im Graben.

Hinzu kommt ein buntes Unterhaltungsprogramm auf den zahlreichen Bühnen der 70 Festbeizen auf dem ganzen Festgebiet, die von Vereinen und Gruppierungen aus der Region mit viel Aufwand und Herzblut erstellt worden sind. Über die zehn Tage gerechnet, dürften es zusammen mit weiteren Produktionen auf dem Festgebiet gegen 1000 kulturelle Anlässe sein, die man mit dem Festpass unentgeltlich besuchen könnte.

Ob sich der Besuch des Stadtfestes 2012 lohnt, das muss jedermann selber beurteilen. Das Lichtspektakel im Limmatraum, Acts mit nationalen oder regionalen Musikgrössen, ein Habsburgerspiess auf dem Schloss Stein, das Spektakel im «Grand Hotel Kriesi» und ein «Pipi de luxe» mit Cüpli - Baden hat zehn Tage viel zu bieten, das es sonst nirgends gibt.

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