GE-Stellenabbau
Nicht die erste Hiobsbotschaft: Fusion von BBC und Asea kostete 1988 weniger Stellen als angekündigt

Bei der Fusion zur ABB wurden 1988 allein in Baden 1700 Stellen gestrichen. Eigentlich war ein Abbau von 2500 Stellen geplant, Baden kam letztlich relativ gut weg und der Industriestandort erstarkte in der Folge gar der mit ABB.

Roman Huber
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11. August 1987: Fritz Leutwiler, Präsident der BBC, spricht an der ausserordentlichen GV zur Fusion mit Asea zur Asea Brown Boveri, ABB.

11. August 1987: Fritz Leutwiler, Präsident der BBC, spricht an der ausserordentlichen GV zur Fusion mit Asea zur Asea Brown Boveri, ABB.

KEYSTONE

Wo Industrie angesiedelt ist, müssen wiederholt Krisen durchgestanden werden. Das kennt die Stadt Baden zur Genüge, denn das gab es bereits zu Zeiten der Brown Boveri & Cie., als in der Wirtschaftskrise der 30er-Jahre zwischen 1932 und 1934 die Arbeitsplatzzahl von 7000 auf 4000 reduziert worden war.

2500 Stellen hätten nach der Fusion mit der schwedischen Asea in Baden abgebaut werden sollen. Letztlich kam Baden mit minus 1700 Stellen relativ gut weg. In der Folge erstarkte gar der Industriestandort mit ABB. Dank der Zusammenarbeit zwischen der Stadt unter dem damaligen Stadtammann Josef Bürge und Edwin Somm als Chef ABB Schweiz wurde das BBC-Areal «Baden Nord» zum Engineering- und Technologie-Standort.

Doch dann kam die ABB in Bedrängnis. Mitte 1999 spannten sie und die französische Alstom im Kraftwerkbau zum Gemeinschaftsunternehmen zusammen. Bei einer ersten grossen weltweiten Restrukturierungsrunde (minus 10 000 Stellen) kamen Baden und Birr fast schadlos über die Runden. Im Jahr 2000 liess ABB zuerst nichts Gutes verlauten. Im April 2000 übernahm die Alstom den ABB-Teil der Kraftwerksparte, schuf aber im Aargau 1600 neue Stellen. Aus den total 5000 Alstom-Stellen wurden aber bald 4000.

Im 2003 (700) und 2004 (650) wurde wiederholt ein Abbau angekündigt, der jedoch stets glimpflicher verlief. Im Jahr 2011 wurden von 750 schliesslich 360 Stellen abgebaut (Baden und Birr). Mit den Übernahmegerüchten durch die amerikanische General Electric im Mai 2014 zogen erneut dunkle Wolken auf. Aus der Allianz mit der GE wurde letztlich eine Übernahme (für 9,7 Mrd. Franken), wobei der Gasturbinenbereich an die italienische Ansaldo Energia überging. Aufgrund der Ansiedlung von zwei Hauptsitzen in Baden hoffte man, vor grossem Stellenabbau vorläufig verschont zu bleiben. Doch bei Übernahmen ist mit Stellenreduktionen zu rechnen. Ein Abbau von 1300 Stellen wurde im Januar 2016 von GE angekündigt, 900 weniger sind es zwischenzeitlich im Aargau geworden.