Wettingen
Nicht jeder Kindertraum kann auch realisiert werden

Das Pilotprojekt «Kinder mit Wirkung» ist in die nächste Runde gegangen. Am zweiten Teil des Projektes wurden die verschiedenen Ideen der Kinder zusammen mit Fachleuten konkretisiert. Allerdings können nicht alle Ideen auch realisiert werden.

Yvonne Lichtsteiner
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Die Kinder zeichnen auf, wie ihre Projekte aussehen sollen. YL

Die Kinder zeichnen auf, wie ihre Projekte aussehen sollen. YL

«Ich bin für das Schlumpfdorf», sagt die 9-jährige Giulia begeistert und zeichnet in Windeseile ein grosses Dorf auf ihr weisses Blatt. «So muss es aussehen», sagt sie und zeigt es dem Jungen neben ihr. Doch dieser interessiert sich nur für sein eigenes Projekt. Auf seinem Blatt zeichnet sich ein Fussballstadion ab, mit Tribüne und Logo – bis ins kleinste Detail.

So soll das Schlumpfdorf aussehen, möglichst gross und bunt
10 Bilder
Pavle zeichnet das Fussballstadion nach seinen Wünschen
Giulia ist konzentriert am malen und Ideen sammeln
Diese Gruppe sammelt Ideen für die Kinderdisco
Die Kinder zeichnen auf, wie ihr Projekt aussehen soll
Die Kinder präsentieren ihre ausgearbeiteten Ideen
Die Gruppe Streichelzoo sammelt Ideen und zeichen das Gehege für die Kaninchen und Meerschweinchen
David zeichnet auf, wie das Schlumpfdorf aussehen soll
Die Gruppe Kinderdisco diskutiert über den Eintrittspreis für die Kinder
Die Gruppe Fussballstadion hat genaue Vorstellunegen, wie ihr Projekt aussehen soll

So soll das Schlumpfdorf aussehen, möglichst gross und bunt

YL

Am zweiten Teil des Projekts «Kinder mit Wirkung» haben die Kinder vom Lindenhofquartier in Wettingen ihre Ideen konkretisiert. Zusammengetragen wurden sie an der ersten kantonalen Kinderkonferenz. Vier Projekte stehen fest: ein Schlumpfdorf, ein Fussballstadion, ein Streichelzoo und eine Disco.

«Jetzt kommt der erwachsene Teil dazu», sagt Lea Schmidmeister vom Organisationskomitee. Es müsse getestet werden, ob die Ideen umsetzbar seien. Für diesen Teil wurden Fachleute eingeladen, die den Kindern Red und Antwort standen.

Für die Gruppe des Fussballstadions stand den Kindern Werner Lanz vom Vorstand des FC Wettingen zur Verfügung. Dieser gibt dem Projekt nur kleine Chancen. «Ein eigenes Stadion ist nicht realistisch», sagt er. Kinder bräuchten aber auch kein grosses Stadion, oft reiche ein Platz aus, der nur für die Kinder sei. Einem grossen Schulturnier steht Lanz aber positiv entgegen. Einen bleibenden Eindruck hinterliess der Rundgang durch das Altenburg Stadion, den Lanz mit den fussballbegeisterten Kindern machte.

Luz Sozzi erklärte der Streichelzoo-Gruppe, wie viel Verantwortung in der Tierhaltung liegt. «Wir wollen Minipigs und Ziegen in einem Gehege», sagt ein Kind voller Elan. Doch Sozzi muss die Kinder gleich zu Beginn enttäuschen. «Und wer kümmert sich dann um diese Tiere?», fragt er. Tiere würden viel Zeit und Geld kosten. «Kann uns nicht die Gemeinde Geld für ein Gehege und Futter geben?», fragt die 11-jährige Lynn.

Die Gemeinde Wettingen trägt das Projekt «Kinder mit Wirkung», für weitere Kosten müssen aber Sponsoren gefunden werden. «Wir werden einen Antrag an die Verwaltung stellen und fragen, ob ein Gehege für Kaninchen und Meerschweinchen aufgestellt werden kann», sagt Schmidmeister. Eine weitere Möglichkeit sei die Bildung eines Elternvereins.

Der nächste Schritt sei, die Ideen auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen, so Schmidmeister. «Natürlich müssen wir auf dem Boden der Tatsache bleiben, es muss realistisch sein.» Am Dienstag trifft sich das OK von «Kinder mit Wirkung», um weiteres Vorgehen zu besprechen. Die Fachleute würden bei Bedarf zugezogen. Schmidmeister zielt eine möglichst schnelle Realisierung an, damit die Kinder ihre Resultate sehen können.

Doch sie betont: «Es ist ein Pilotprojekt und noch in der Testphase.» Wenn die Ideen nicht genau nach den Vorstellungen der Kinder umsetzbar seien, so müssten andere Lösungen gefunden werden.