Ennetbaden
Nicht mehr öffentlich zugänglich: «Hirschen» lockt zu wenig Gäste an

Das «Hirschen» in Ennetbaden konnte in den letzten zwei Jahren nicht wirtschaftlich rentieren. Deshalb haben die Betreiber beschlossen, das Restaurant nur noch Hotelgästen und geschlossenen Gesellschaften zugänglich zu machen.

Martin Rupf
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Investor Werner Eglin und «Limmathof»-Direktorin Claudia Mauthe vor dem «Hirschen»-Restaurant in Ennetbaden.

Investor Werner Eglin und «Limmathof»-Direktorin Claudia Mauthe vor dem «Hirschen»-Restaurant in Ennetbaden.

Martin Rupf

«Der ‹Hirsch› hat laut geröhrt», schrieb die az im Herbst 2011 zur Eröffnung der Badresidenz Hirschen in Ennetbaden. 350 Gäste waren gekommen, um mit den beiden Investoren Heinz Wetter und Werner Eglin auf die Einweihung des 36-Millionen-Baus anzustossen.

Das Angebot des «Hirschen» liess sich sehen: Wellness/Spa, Hotel, Wohnen und Bistro/Restaurant gehörten dazu. Letzteres gibt es zwar weiterhin – aber seit Ende März nicht mehr für die breite Öffentlichkeit. «Uns ist es in den letzten gut zwei Jahren nicht gelungen, das Restaurant wirtschaftlich zu betreiben», sagt Werner Eglin. Den Investoren sei zwar von Anfang an bewusst gewesen, dass es bis zum Bau des Botta-Thermalbades schwierig werden könnte. «Doch unter dem Strich besuchten einfach zu wenig Gäste das Restaurant», so Eglin. Als Gründe führt der Investor nicht nur die schleppende Planung des Bäderprojekts auf. «Es läuft noch zu wenig hier unten an der Limmat, es gibt wenig Fussvolk, und vielen Berufstätigen in der Innenstadt ist der Weg an die Limmat zu weit.»

Diese ohnehin schon schwierigen Bedingungen würden sich in naher Zukunft gar noch verschlechtern. «Bald wird mit der Sanierung des ‹Schwanen› und der Neugestaltung der Uferpromenade begonnen», so Eglin. Diese zusätzlichen Bauarbeiten würden tendenziell noch weniger Besucher in das «Hirschen»-Restaurant locken, ist Eglin überzeugt. Er und Heinz Wetter sahen sich deshalb zum Handeln gezwungen. So steht das Bistro seit Ende März nur noch Hotelgästen und Bewohnern zur Verfügung. Zusätzlich wird aber den Gästen des «Limmathofs» ennet der Limmat ein Frühstücksbuffet angeboten. «Dadurch können wir 450 Stellenprozente einsparen», sagt «Limmathof»-Direktorin Claudia Mauthe. Ganz bleibt das Restaurant der Öffentlichkeit aber nicht vorenthalten. «Private können es für geschlossene Gesellschaften reservieren», so Mauthe. Man habe hierfür extra zwei Caterer engagiert.

Botta-Bad soll Gäste bringen

«Wichtig ist, dass wir für die Öffentlichkeit nur das Restaurant geschlossen haben», betont Werner Eglin. Mit anderen Worten: Alle anderen Angebote wie Wellness/Spa und Hotel bleiben bestehen. «Wir wollen jetzt vorerst unsere ganzen Kräfte in unsere Häuser – insbesondere den ‹Limmathof› – im Bäderquartier lenken», so Eglin. Denn es sei kein Geheimnis, dass die Bedingungen wegen der sich verzögernden Realisierung des Botta-Bades auch dort alles andere als einfach seien.

Und was passiert mit dem «Hirschen»-Restaurant? Eglin und Mauthe betonen, es sei sehr wohl denkbar, dass das «Hirschen»-Restaurant seine Tore wieder für die Öffentlichkeit öffne. «Wenn das Botta-Bad steht, rechnet man mit 1000 bis 1500 Besuchern pro Tag», sagt Eglin. Dann sei ganz klar wieder mit genügend Gästen zu rechnen. «Dies nicht zuletzt, da wir uns auf der Sonnenseite befinden und im Winter die Letzten sind, die noch Sonnenlicht haben.»

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