Form+Wohnen wird den Möbelverkauf einstellen und sich ab Sommer auf den langfristigen Werterhalt der eigenen Liegenschaft, dem «Haus zum Engel» an der Rathausgasse 24 neben dem Stadtturm, konzentrieren. Das Badener Möbel- und Einrichtungshaus selber wird also zur reinen Immobilienfirma.

Die Geschäftsräumlichkeiten, die zurzeit noch für die Möbelausstellung genutzt werden, sollen nach der Schliessung sanft renoviert und einer neuen Mieterschaft zur Verfügung gestellt werden. Inhaber und Geschäftsführer Reto Schmid ist zuversichtlich, sei doch das Interesse für Geschäfts- beziehungsweise Büroräume an dieser Lage sehr gross. Das Erdgeschoss soll Ladenfläche bleiben, das erste Geschoss ist weiter an Twerenbold Reisen vermietet, und die beiden Obergeschosse werden als Büros vermietet. «Meine Eltern werden in diesem Haus wohnhaft bleiben», fügt Sohn Reto Schmid an.

Keine andere Lösung

«Es ist ein schwieriger Entscheid gewesen, doch der Markt hat uns keine andere Möglichkeit offengelassen», erklärt Schmid. Trotz spürbarer Wehmut schildert er die Situation gefasst und überlegt. «Den Entscheid haben wir natürlich innerhalb der Familie getroffen, doch er kam für uns alle nicht überraschend», fügt er an und nennt gleich auch die Gründe für diesen Schritt: «Auf der einen Seite ist es der hart umkämpfte Markt, auf dem der Druck aus dem grenznahen Ausland durch den starken Frankenkurs massiv zugenommen hat. Auf der andern Seite hat sich das Kundenverhalten verändert», sagt Schmid. Er spricht damit den Online-Handel an, der gerade in diesem Preissegment an Bedeutung gewonnen hat. Dadurch hätten sich die Verkaufszahlen kaum mehr planen lassen. «Mit dem stationären Verkauf von Möbeln an diesem kleinräumigen Standort in der Innenstadt lassen sich die notwendigen Gewinne nicht mehr erwirtschaften. Diese braucht es aber, um den Werterhalt dieses Hauses langfristig sicherzustellen», sagt Schmid.

Aus diesem Grund sei es richtig, diesen Entscheid jetzt zu fällen und nicht erst, wenn es bereits zu spät ist. Es könne nicht sein, dass die Liegenschaft das Möbelgeschäft quersubventioniere, würden doch diese Mittel für künftige Sanierungen benötigt. Damit gibt Reto Schmid ein Bekenntnis für das «Haus zum Engel» und dessen zentrale Position im Stadtbild ab.

Wo sein Zukunftsweg hinführe, könne er zurzeit noch nicht sagen. Schmid hatte sich im Jahr 2013 nach 16 Jahren als Einwohnerrat und vier Jahren als Stadtrat von der Politik verabschiedet, damit er sich nebst der Familie mit vollen Kräften dem eigenen Geschäft widmen konnte. Eine spätere Rückkehr in die Politik schliesse er zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus, sagt Schmid. «Bis Ende Juni gibt es noch einiges zu tun», fügt er an. Auch mit möglichen Mietern würden erste Gespräche laufen.

Gestern sind die Mitarbeitenden orientiert worden. «Wir werden mit ihnen nach guten Lösungen suchen», verspricht Reto Schmid. Heute Mittwochvormittag würden Geschäftspartner und wichtige Kunden orientiert, ebenso werde der Newsletter mit der Schliessungsbotschaft an die rund 5000 Adressen weggehen.