Spreitenbach

Nicolas Blancho und der Zentralrat wollen Islam-Event durchführen

Nicolas Blancho ist Präsident IZRS

Nicolas Blancho ist Präsident IZRS

Am 25. Februar will der Islamische Zentralrat um den umstrittenen Prediger Nicolas Blancho in Spreitenbach die «Islam Unity 2012» durchführen. Der Anlass mit bis zu 1800 Teilnehmern wurde von der Regionalpolizei bewilligt - vorläufig zumindest.

Der grosse Islam-Event soll am 25. Februar auf dem Mehrzweckplatz «Neumatt» stattfinden. Am vergangenen Freitag wurde das Gesuch von der Regionalpolizei gutgeheissen. Das Gesuch wurde von der Firma «GO Productions» im Auftrag des Islamischen Zentralrats (IZRS) eingereicht. Das Event-Unternehmen wird eine komplette Zeltstadt für den IZRS für bis zu 1800 Personen errichten. Der «Islam Unity 2012» in Spreitenbach steht somit nichts mehr im Weg.

Oder doch nicht: Wie 20 Minuten berichtet, will der Spreitenbacher Gemeinderat nun doch noch einmal über die Bücher und die Bewilligung als nichtig erklären. Der az liegt das Mietgesuch für den Mehrzweckplatz vor. Als Art des Anlasses ist «Privatanlass für IMS Zürich im Zirkuszelt» angegeben. Als IMS sei allgemein die Informatikmittelschule Zürich bekannt, sagt Gemeindeammann Josef Bütler auf Anfrage.

«Wurden hinters Licht geführt»

«Wir wussten und wissen bis heute offiziell nichts von einem Anlass des Islamischen Zentralrates auf dem Mehrzweckplatz Neumatt.» Man habe «GO Productions» das Mietgesuch für einen Anlass namens «Winterzauber» für die IMS Zürich bewilligt, vom IZRS sei nie die Rede gewesen. «Offensichtlich stehen in dem Gesuch falsche Angaben. Man hat uns absichtlich getäuscht. Wir wurden schlicht und einfach hinters Licht geführt», ereifert sich Bütler.

Heute Abend tagt der Gemeinderat: «Wir werden darüber befinden, ob wir eine Sonderbewilligung erteilen können. Ich erwarte jedoch, dass dies nicht der Fall sein wird.» Die Sonderbewilligung könnte für den Gemeindrat die Lösung des Problems bedeuten. Denn ein Event mit bis zu 1800 Teilnehmern, bedeutet ein massiv erhöhtes Verkehrsaufkommen. «Aus diesem Grund hätte der IZRS eine Sonderbewilligung beantragen müssen», so Bütler. Dies sei nicht der Fall.

IZRS-Sprecher Qaasim Illi sieht die ganze Geschichte vollkommen anders. Sie hätten in Zusammenarbeit mit «GO Productions» von Anfang an klar kommuniziert, dass es sich um einen Anlass des IZRS handle. Ausserdem mache es sicherlich keinen Unterschied, ob ein Zirkus einen «Winterzauber» oder einen Anlass für den IZRS organisiere. «Die Anzahl Besucher wäre wohl in etwa identisch», sagt Illi.

Platzbesetzung angedroht

Das Problem ist laut Illi ein anderes: «Die Stadt Spreitenbach will uns einfach nicht, das Verkehrs-Argument dient nur dazu die wahren Hintergründe von Spreitenbach zu verbergen.» Dies werde man sich nach Bülach aber kein zweites Mal bieten lassen: «Wir fordern die Durchführung des Anlasses. Falls nötig werden wir den Platz besetzten. Wir werden nicht klein beigeben.»

Bütler bestreitet vehement, dass die Stadt Spreitenbach den IZRS einfach loswerden will: «Spreitenbach ist multikulturell und wäre daher ein idealer Standpunkt für einen Anlass des IZRS. Das Problem ist tatsächlich die zusätzliche Menge an Verkehrsteilnehmer. Diese ist nicht zu bewältigen und man daher kann man einen solchen Anlass, meiner Meinung nach, nicht bewilligen.»

Die von Bütler geforderte Sonderbewilligung bezeichnet der IZRS als «fadenscheiniges Totschlag-Argument». Neben dem Mehrzweckplatz würden sich zahlreiche Einkaufszentren mit tausenden von Parkplätzen befinden. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen von maximal 300 Autos könne man daher sicherlich problemlos bewältigen.

Ein kleiner formeller Fehler

Wieso aber steht auf dem Mietgesuch der Name der Informatikmittelschule Zürich? «Hierbei handelt es sich nur um einen kleinen formellen Fehler unserer Seite», meint Illi. Oberhalb der Unterschrift stehe aber klar und deutlich «JZRS» geschrieben. Das «J» sei kein «J», sondern ein altdeutsch geschriebenes «I». Dies bestätigt eine Mitarbeiterin von «GO Productions». Zur Angabe IMS sei es gekommen, weil der Besitzer des Event-Unternehmens sich nicht mehr recht an den Auftraggeber erinnern konnte und so die Abkürzung IMS für Islamische Mission Schweiz hingeschrieben habe.

Ungeachtet dieser Ungereimtheiten, gibt es laut Illi noch einen weiteren Beweis dafür, dass von Anfang an der IZRS eine Bewilligung erwirken wollte: «Naim Cherni vom Generalsekretariat des IZRS, hat am Freitagabend in der Sache mit der Regionalpolizei Spreitenbach telefoniert. Er hat sich auch klar als Mitglied des IZRS zu erkennen gegeben.»

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