Untersiggenthal

Niemand will Festwirtschaft betreiben – offizielle 1.-August-Feier geplatzt

Am 1. August 2013 keine offizielle 1.-August-Festwirtschaft. Archiv

Am 1. August 2013 keine offizielle 1.-August-Festwirtschaft. Archiv

Alle Bemühungen, eine Helfer-Equipe für die Festwirtschaft der offiziellen 1.-August-Feier auf die Beine zu stellen, schlugen fehl. Darum fällt die beliebte Feier mit Gratis-Risotto, fröhlichem Beisammensein ohne Feuerwerk dieses Jahr ins Wasser.

Es war während vieler Jahre der grosse gesellschaftliche Anlass des Jahres in der Gemeinde. Man sah sich das ganze Jahr hindurch im Vorbeigehen, ausser am 1. August. Dann jeweils traf sich die Bevölkerung in den Festbänken auf dem Schulhausplatz. Diesmal aber nicht.

Der Gemeinderat muss mit einigem Bedauern bekannt geben, dass es dieses Jahr keine offizielle 1.-August-Feier gibt.

Alle Anfragen negativ beantwortet

Knapp 7000 Einwohner zählt die Gemeinde. Ein schöner Teil davon ist in den über 60 Dorfvereinen aktiv. Doch gerade dort biss die 1.-August-Kommission auf Granit. «Es ist wirklich bedauerlich, dass sich weder ein Verein zur Organisation bereit erklärt hatte noch genügend Helferinnen und Helfer rekrutiert werden konnten», sagt Gemeinderat Norbert Stichert, Präsident der 1.-August-Kommission.

Stichert sieht darin einerseits den Ausdruck einer Zeiterscheinung unserer Gesellschaft, da selbst die Vereine Mühe haben, ihre ehrenamtlichen Posten zu besetzen. Andererseits seien die Vereine dieses Jahr mit dem Köhlerfest und andern Aktivitäten bereits zur Genüge engagiert, fügt der Gemeinderat entschuldigend für diese an.

Zehn Jahre die Wasserschlossfäger

Während zehn Jahren zeichnete die Guggenmusig Wasserschlossfäger für die Organisation der 1.-August-Festwirtschaft verantwortlich. Vorletztes Jahr gab der Verein bekannt, dass er von diesem Engagement zurückzutreten werde.

Die Suche nach Festwirtschaft-Betreibern blieb erfolglos. An zwei Generalversammlungen und zwei Waldhütten-Hocks der Dorfvereinigung suchte der Gemeinderat nach einer Nachfolge.

«Wir erstellten zuletzt selber einen Einsatzplan und versuchten über den Verteiler der Dorfvereinigung die Helferinnen und Helfer einzeln aus den Vereinsreihen zu rekrutieren», schildert Stichert die Bemühungen.

Die Festwirtschaft alleine zu stemmen wäre auch den Schützen nicht möglich gewesen, sagt Stichert als deren Präsident. Im Rahmen der Einsatzliste hätte man sich aber wie gefordert mit Helfern beteiligt.

«Ohne genügend Helferinnen und Helfer gibt es keine Festwirtschaft, und ohne diese keine offizielle Bundesfeier im gewohnten Rahmen», sagt Stichert. Der Gemeinderat hat nun die Konsequenzen gezogen und die offizielle Feier abgesagt.

Zuversichtlich in die Zukunft

«Wir werden nun über die Bücher gehen», sagt Norbert Stichert. Es stünden auch schon neue Ideen im Raum. «Ich bin zuversichtlich, dass es nächstes Jahr wieder eine offizielle Feier geben wird», sagt Stichert.

Dieses Jahr bleibt den Untersiggenthalern am 1. August wenigstens das Höhenfeuer im Boll, das durch die Forstdienste errichtet und wie gewohnt um 21 Uhr entzündet wird. Die Werkdienste stellen Grill und Festbankgarnituren zur Verfügung. Speis und Trank muss selber mitgenommen werden.

Die 1.-August-Feier in Untersiggenthal war schon vor über 20 Jahren für ihr traditionelles Gratis-Risotto bekannt. Der Gemeinderat hatte beschlossen, dieses anstelle eines Feuerwerks zu finanzieren.

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