NLB-Handball
Eine Sternstunde in der Aue: Städtli Baden bezwingt Solothurn mit 35:23

Städtli 1 zeigt gegen Solothurn erstmals, was im neuformierten Team steckt und beschert dem Heimpublikum ein Spektakel erster Güte.

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Lief zu grosser Form auf: Badens Goalie Marco Wyss.

Lief zu grosser Form auf: Badens Goalie Marco Wyss.

Wagner/Archiv

Man sollte ja zurückhaltend sein mit Superlativen. Aber was am Samstagabend in der Aue geboten wurde, war begeisternd. Balsam für die geschundene Seele aller Badener Handballfans, die nach zwei Corona-Saisons mit Geisterspielen, Maskentragen und Abstandhalten schon fast nicht mehr daran geglaubt haben, dass in der unvergleichlichen Atmosphäre der Sporthalle Aue ganz normale Handballspiele stattfinden werden.

Städtli 1 zeigt gegen Solothurn erstmals, was im neuformierten Team steckt und beschert dem Heimpublikum ein Spektakel erster Güte mit einem deutlichen 35:23-Sieg. Von Beginn weg agierte die Heimdefensive wie aus einem Guss und kaufte den beherzt anrennenden Gästen aus Solothurn den Schneid ab. Was nicht von den Vorderleuten abgefangen wurde, war eine sichere Beute des Badener Schlussmanns. Noch bevor die Solothurner wussten, wie ihnen geschah, lag Baden bereits fünf, sechs, sieben Tore vorne. So stand es 18:10 zur Pause.

Solothurn musste zufrieden sein, überhaupt im zweistelligen Bereich angekommen zu sein. Städtli 1 liess auch in der zweiten Hälfte keinen Moment Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen, zog keine Schwächephasen ein und kontrolliert die Partie auch dann noch sicher, als Trainer Björn Navarin den Ergänzungsspielern mehr Praxis verschaffte und einige taktische Varianten testete. Das gab den bis zuletzt kämpfenden Solothurnern Gelegenheit, für etwas Resultatkosmetik zu sorgen. Das 35:23 war auch so deutlich genug.

Die Neuzuzüge Amer Zildzic (7/7), Kai Klampt (6/7) und Michel Hildebrandt (4/6) trugen nicht nur fast die Hälfte der erzielten Tore bei, sie liessen auch bewährte Badener Kräfte in der Offensive zu neuer/alter Hochform auflaufen: Pascal Bühler (6/9) und Julius Voelkin (6/7) nutzten die Freiräume weidlich – und Seppi Zuber (5/7) hatte schon lange nicht mehr derart offensichtlich viel Spass auf dem Spielfeld.

Als Glücksgriff entpuppt sich auch der Zuzug von Torhüter Milan Ćućuz: Mit ihm im Rücken und an der Seite lief Stammkeeper Marco Wyss zu grosser Form auf und konnte sich nebst einer überragenden 47-Prozent-Fangquote auch zwei gehaltene Siebenmeter gutschreiben lassen.

Die stehenden Ovationen der knapp 300 Zuschauer hatte sich das auf wichtigen Positionen neuformierte Badener Team redlich verdient. Schon diesen Mittwoch, 22. September, findet das Nachtragsspiel gegen Fortitudo Gossau statt (Aue, 20:15 Uhr). (az)

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