Es hapert offensichtlich bei der Entschädigung der Schulärzteschaft. Der Kantonsärztliche Dienst will dieses Thema erneut diskutieren. In Baden hat man jedoch keine Arztperson gefunden, die diesen Job ausführen würde.

Die Eltern seien informiert und aufgefordert worden, die Kontrolluntersuchungen ihrer Kinder beim Hausarzt vornehmen zu lassen. Der Stadtrat ist sich jedoch im klaren, dass diese Lösung einkommensschwächere und bildungsfernere Familien benachteiligen würde.

Mit den Antworten des Stadtrates auf seine Anfrage betreffend schulärztlicher Dienst war Martin Groves (SP) nicht zufrieden. Wenn bei Schuleintritt und -austritt keine obligatorische schulärztliche Untersuchung stattfinde, würden Defizite bei Kindern nicht erkannt.

Der Stadtrat soll nicht zuwarten, bis der Kanton eine Lösung präsentiere. Vielmehr soll er Lösungen anbieten, «einen Schularzt im Teilpensum einstellen oder ein Gutscheinsystem einführen».

Unbefriedigende Situation

Nicht nur Groves zeigte sich unbefriedigt von der Situation. Auch Fredi Bärtschi (EVP) wies als praktizierender Arzt auf die Wichtigkeit schulärztlicher Untersuchungen hin.

Es sei nicht damit getan, diese Untersuchungen einfach an den Hausarzt abzuschieben und die Kosten auf die Eltern abzuwälzen. In der jetzigen Situation würden viele Kinder medizinisch durch die Maschen fallen.

Man kämpfe nicht nur in Baden mit der Problematik, dass bei den Ärzten die Bereitschaft nicht vorhanden sei, zu den heute geltenden Entschädigungen sich als Schularzt zur Verfügung zu stellen, erklärt Vizeammann Geri Müller.

Die Kontrollmöglichkeiten der Eltern seien auch eingeschränkt, sodass eine Lösung erschwert sei, erklärt Müller. Er versprach jedoch, dass die Stadt das Thema weiter verfolgen würde.