Bezirk Dietikon
Noch müssen viele Bedenken ausgeräumt werden

Die CVP lädt Ernst Stocker zur Diskussion über die Limmattalbahn ein und verabschiedet ihr Positionspapier. Zu diesem hatten sämtliche Ortsparteien aus den betroffenen Gemeinden mitgewirkt. Die CVP ortet Handlungsbedarf in Schlieren und Dietikon.

Sandro Zimmerli
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Visualisierung: So soll sich die Limmattalbahn in Zukunft präsentieren. zvg

Visualisierung: So soll sich die Limmattalbahn in Zukunft präsentieren. zvg

Die CVP bezieht Stellung zur geplanten Limmattalbahn – und zwar bezirks- wie auch kantonsübergreifend. Am Mittwochabend präsentierte die Partei ein zehnseitiges Positionspapier zur Stadtbahn, an dem sämtliche Ortsparteien aus den betroffenen Gemeinden mitgewirkt haben.

Während man in Urdorf, Spreitenbach, Killwangen mit der Linienführung im Grundsatz zufrieden ist und man sich in Wettingen und Baden hinter eine Verlängerung der Bahn stellt, ortet die Partei Handlungsbedarf in Schlieren und Dietikon.

So ist für die CVP Schlieren klar, dass die geplante Linienführung der Limmattalbahn den Bewohnern des Spitalquartiers nur Nachteile bringt. Deshalb fordert sie eine Untertunnelung der Spitalstrasse sowie die Schaffung einer unterirdischen Haltestelle für das Spital.

Die CVP Dietikon ihrerseits lehnt die Führung der Limmattalbahn über den Bahnhof- und Kirchplatz ab. Sie favorisiert die kürzlich vom Stadtrat Dietikon ins Spiel gebrachte Variante. Diese sieht vor, dass die Bahn nicht direkt zum Bahnhof geführt wird.

Stattdessen soll rund 120 Meter westlich davon eine Haltestelle «Sommerau» als Hauptumsteigeknoten geschaffen werden.

Ausserdem kritisiert die CVP Dietikon, dass «sowohl die Linienführung in Dietikon, als auch der Prozess der Festsetzung alles andere als zufriedenstellend sind». Dies habe zu einem grossen Vertrauensverlust in der Bevölkerung geführt.

Die Limmattalbahn sei «ein Jahrhundertprojekt mit einschneidenden und langfristigen Konsequenzen für das ganze Limmattal». Es müsse sichergestellt sein, dass die Linienführung auf die künftige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung abgestimmt werde. Zudem sei es essenziell, dass die Bevölkerung in den Planungsprozess integriert werde.

Einstimmig angenommen

Das Positionspapier wurde von den in Dietikon anwesenden CVP-Mitgliedern einstimmig angenommen. Ein paar wenige Gäste, die ebenfalls zur Abstimmung eingeladen wurden, lehnten die Stellungnahme ab.

Ehe das Abstimmungsprozedere startete, referierte der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) über die Limmattalbahn und stand den Anwesenden Red und Antwort.

Wie schon bei anderen Gelegenheiten ging er nicht auf Details der Linienführung ein. Stocker versprach aber, die Anliegen aus Schlieren und Dietikon aufzunehmen und weiterzuleiten.

In seinen Ausführungen wies Stocker mehrmals auf die Bedeutung der Limmattalbahn für die Region hin.

«Das Limmattal ist die einzige Region im Kanton Zürich, die die Kriterien für eine Stadtbahn erfüllt. Nur hier ist die Dichte so hoch, dass es sinnvoll ist, einen solchen Verkehrsträger zu installieren», so Stocker.

Er könne aber nur dann im Kanton herumreisen und die Stimmbürger von der Notwendigkeit der Bahn überzeugen, wenn das Limmattal hinter dem Vorhaben stehe.

«Ich will dem Limmattal eigentlich ein Geschenk machen. Es ist 600 Millionen Franken schwer. Am Schluss müsst ihr es aber wollen», sagte Stocker.

Mehr in Kommunikation investieren

Der Volkswirtschaftsdirektor gab denn auch Bruno Hüppi recht. Der Vizepräsident der Bezirkspartei regte an, noch einiges mehr in die Kommunikation zu investieren, um die Leute auf der Strasse von der Notwendigkeit der Limmattalbahn zu überzeugen.

Ein geschlossenes Auftreten ist aus Stockers Sicht auch in der Auseinandersetzung mit dem Bund wichtig. Dieser hat in seiner Botschaft zum Agglomerationsprogramm die dynamische Entwicklung der Region zwar grundsätzlich anerkannt, allerdings die finanzielle Unterstützung für die Limmattalbahn nur teilweise in Aussicht gestellt.

Er priorisiert die Teilstrecken der Bahn unterschiedlich, was so viel heisst, dass sie etappiert realisiert werden soll.

Stocker versprach, dass man sich gegen diese Beurteilung aus Bern zur Wehr setzen werde. «Das Projekt macht wenig Sinn, wenn wir es nicht so realisieren können, wie es jetzt geplant ist», hielt er fest.

An die Mitglieder der CVP gerichtet sagte er, dass er es begrüssen würde, wenn sie Bundesrätin Doris Leuthard direkt die Bedeutung der Limmattalbahn aufzeigten.