Wettingen
Noch reicht dem Figurentheater das Geld knapp

Das Figurentheater Wettingen startet trotz schwieriger Zeiten zuversichtlich in die neue Saison.

Janine Gloor
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Sven Mathiasen erweckt in seinem Stück die Waldtiere zum Leben.

Sven Mathiasen erweckt in seinem Stück die Waldtiere zum Leben.

zvg

Ab heute Samstag lassen sie im Figurentheater Wettingen wieder die Puppen tanzen. Zum Saisonstart führt der Wettinger Sven Mathiasen anlässlich des Kulturmeilenfestes Bifang sein neustes Stück «Das Gold des Hasen» auf. Mit viel Humor erzählt er die Geschichte von tierischen Waldbewohnern, die um den Goldschatz des verstorbenen Hasen buhlen.

Ein Goldschatz würde dem Figurentheater ebenfalls gelegen kommen. Die letzten Jahre waren aus finanzieller Sicht nicht einfach für das Figurentheater, wie Präsident Werner Hartmann erklärt: «In den letzten drei Jahren haben wir ein grosses Defizit erwirtschaftet.» Das Figurentheater schaffte es jedoch, sich wieder zu erholen. Da es aber nur über ein kleines Budget verfüge, brauchte es dafür einige Zeit, so Hartmann. Das Budget von 60 000 Franken besteht nur zur Hälfte aus den Einnahmen des Theaters, die andere Hälfte stammt aus der öffentlichen Hand. Die grösste Unterstützung erhält das Figurentheater von der Einwohnergemeinde Wettingen, daneben greifen unter anderem auch die Ortsbürger, das Aargauer Kuratorium und die Migros dem Theater unter die Arme. «Im Moment kommen wir raus», sagt Hartmann.

Doch man schaue mit Sorge auf die geplanten Sparmassnahmen des Kantons. Wenn von der Gemeinde und dem Kanton weniger Mittel an das Figurentheater fliessen würden, hätte das Auswirkungen auf den Betrieb des Theaters. «Wir müssten das Angebot reduzieren. Mit 5000 Franken weniger müssten wir zwei Gastspiele streichen.» Die Theaterleitung hat mit verschiedenen Massnahmen dazu beigetragen, dass die Finanzen wieder ins Gleichgewicht geraten sind. Die Eintrittspreise wurden leicht erhöht, gemäss Hartmann entsprechen sie jetzt denen in vergleichbaren Häusern. Zudem hat das Figurentheater es sich zum Ziel gemacht, auch Erwachsene anzulocken. In Zusammenarbeit mit dem Restaurant Freihof können Besucher an drei Daten ein Abendessen mit dem Theaterbesuch kombinieren.

Für die neue Saison hat das Figurentheater somit Leckerbissen für Klein und Gross im Programm. Der Weihnachtsklassiker «August» bringt die ganze Familie in festliche Stimmung. Im Januar feiert die Eigenproduktion «MAX» des Figurentheaters Premiere. Das Stück ist eine freie Adaption des Kinderbuchklassikers «Wo die wilden Kerle wohnen». Erwachsene dürfen sich auf den Spaghettiwestern «Django – Die Rückkehr» in Puppenform freuen. Ganz speziell wird die letzte Vorstellung der Saison: Künstler Joachim Torbahn verwendet keine Figuren, sondern malt seine Geschichte auf eine durchsichtige Leinwand.

Werner Hartmann glaubt an die Zukunft des Theaters und betont seine Wichtigkeit für die Zuschauer: «Die Szenerie beim Figurentheater ist stark reduziert. Dadurch ist nicht alles vorgegeben und die Kinder können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.»

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