In einem der ältesten Häuser der Stadt Baden liegt sie: Die «Nouba-Lounge» von Abdel Chariak. Vor zehn Jahren erwarb er die Räume im Wirtshaus zum Wilden Mann, das unter Denkmalschutz steht, um seinen Traum eines eigenen Gastronomiebetriebs zu erfüllen. Heute führt er mit der Unterstützung von fünf Angestellten die Bar. In zwei Räumen können die Gäste auf gepolsterten Stühlen und Sofas sitzen und Wasserpfeife (Shisha) rauchen. Daneben offeriert Chariak seinen Gästen orientalische Häppchen und Getränke, die an der alten Bartheke zubereitet werden. Für Abdel Chariak, der sich selbst als Shishaliebhaber bezeichnet, ist wichtig, dass er sein Angebot breit hält: «Die Nouba-Lounge ist viel mehr als eine Shisha-Bar.» An den Wochenenden verwandelt sich jeweils einer der beiden Räume in eine Tanzfläche, wo DJs Musik auflegen. Dabei sei sein Publikum eine bunte Mischung: Ob Politiker oder Geschäftsleute, Junge oder Alte, bei ihm würden Leute jeglicher Berufe und Nationalitäten zusammenfinden.

Hotelfachschule in Tunesien

Abdel Chariak wohnt mit seiner Frau und den zwei Kindern in Dättwil, fühlt sich aber als Stadtbadener. «Ich habe inzwischen 17 Jahre Gastroerfahrung hier in der Stadt. Vor der Eröffnung der Nouba-Lounge arbeitete ich in einem Badener Restaurant und wirkte bei diversen Gastro-Events in der Region mit», sagt der 45-Jährige. 2004 gründete er dann die Firma «Nouba-Events» und organisierte orientalische Veranstaltungen mit Catering und Unterhaltung. «Als ich 2007 – mit einer Portion Glück – auf dieses Haus stiess, ergriff ich die Chance sofort und gründete mein erstes Nachtlokal.» Auch heute noch organisiert er Veranstaltungen, inner- und ausserhalb der Bar. Zu seinen Leidenschaften zählt ausserdem das Dekorieren und Einrichten, weshalb er das Lokal in ständigem Wandel hält.

Chariak absolvierte die Hotelfachschule in Tunesien, bevor er in die Schweiz kam. Ihm bedeutet die Arbeit als Gastronom viel, trotz dem grossen Aufwand, der damit verbunden ist. «Die Gastronomie ist eine Lehre, die man sich über Jahre erarbeiten muss.» Zehn Jahre Nouba – eine Zeit, in der sich einiges getan hat. «Die Gästezahlen flachten nach der Eröffnung zwar ein wenig ab, jedoch blieben sie danach immer relativ stabil», sagt Chariak und ist zufrieden. Kritische Stimmen wegen des Geschäfts mit den Wasserpfeifen hätte er nie gehört. «Wir verwenden für unsere Shishas Fruchttabak, der eine geringe Menge an Nikotin enthält», erklärt Chariak. Er selber rauche fünfmal am Tag Shisha. «Und meine Lunge ist in einem Top-Zustand.» Wo er eine negative Entwicklung sieht, ist in der allgemeinen Badener Nachtszene: «Trotz dem vielfältigen Angebot an Kulturlokalen hier in der Stadt zieht es die Leute nach Zürich in den Ausgang.» Darum gebe es immer weniger Leute, die das Angebot in Baden nutzen würden.

Zukunftspläne am Cordulaplatz

Um die Leute wieder nach Baden zu locken, will Chariak sein Angebot stets optimieren und erweitern. «Am 30. November findet die erste ‹Afterwork›-Party im Nouba statt», sagt er. «Es muss unter der Woche mehr los sein in Baden.» Des Weiteren entsteht gerade sein neustes Projekt im Haus zum Glas am Cordulaplatz: ein dreistöckiges Nachtlokal mit Club, Bar und Restaurant, das im kommenden Sommer eröffnet werden soll.

Zuerst möchte der Dättwiler aber den zehnten Geburtstag seiner Nouba-Lounge feiern. Morgen Samstag lädt er deshalb zu einer Jubiläumsparty. «Das Nouba ist eine Herzensangelegenheit, darum können sich die Leute auf ein tolles Fest freuen.»

«10 Jahre Nouba-Lounge»: Samstag, 4.11., ab 18 Uhr, Obere Gasse 33, Baden.