Baden
Nullwachstum: Droht jetzt die Pleite?

Die Steuereinnahmen sind in Baden deutlich gesunken. Im Einwohnerrat schien an der letzten Sitzung Panik ausgebrochen zu sein. Ist jetzt Zurückhaltung beim Geldausgeben angebracht? Ein Kommentar.

Roman Huber
Roman Huber
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Der Einwohnerrat Baden nahm die Ziele des Stadtrates auseinander.

Der Einwohnerrat Baden nahm die Ziele des Stadtrates auseinander.

Alex Spichale

Jahrelang war für den Einwohnerrat beziehungsweise die Stadt Baden nur das Beste gut genug. Dies vor dem Hintergrund eines Steuerhahns, durch den es stetig sprudelte. Dass nach sieben fetten Jahren sieben magere folgen könnten, ist offenbar dem Ratsgedächtnis entschwunden.

Innert kurzer Zeitspanne haben nun die Vorzeichen geändert: Die Steuergesetzrevisionen greifen, der Geldsegen der Axpo ist hin, über der Alstom schweben Fragezeichen, Wirtschafts-Propheten malen schwarz. Und das in einem Moment, wo die Stadt zwar ihre Schulden löblicherweise von nahezu 200 auf 60 Millionen Franken reduziert hat. Doch aus der Ausgaben-Talsohle heraus steuert sie direkt einer Investitions-Hausse entgegen.

Vor diesem Hintergrund scheint im Einwohnerrat Panik ausgebrochen zu sein. Oder ist es vielmehr Polemik, zu der sich die bürgerlichen Parteien durch den linksgrün dominierten Stadtrat oder allenfalls die Affäre Geri Müller provoziert fühlen?

Zweifellos ist jetzt Zurückhaltung beim Geldausgeben angebracht. Ob eine Vollbremse aber zweckdienlich ist, muss bezweifelt werden. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt, was für eine prosperierende Kleinstadt Baden fatal wäre. Vielmehr sollte das Motto heissen: Packen wir’s an! Und zwar miteinander. Von einer Pleite ist Baden noch weit entfernt.