Mailaffäre

Nun also doch: Bald nutzt die Verwaltung die «@baden»-Adressen

Die Mailaffäre sorgte sogar auf dem politischen Parkett für Streit. (Symbolbild)

Die Mailaffäre sorgte sogar auf dem politischen Parkett für Streit. (Symbolbild)

Knapp 2000 Personen mussten ihre heiss geliebte «@baden.ch»-Adresse im Herbst 2014 aufgeben, weil die Stadt von dieser Gebrauch machen wollte. Doch die Verwaltung verwendet diese gar nicht – weshalb?

Die Empörung war gross, als die Stadt Baden Anfang 2014 mitteilte, sie werde ihren kostenlosen Maildienst einstellen. Rund 1950 Personen, die im Besitz einer «@baden.ch»-Mailadresse waren, mussten sich um eine alternative Mailadresse bemühen. Dies, weil die Stadt beabsichtigte, dass die Stadtverwaltung nach der Abschaltung des Freemail-Dienstes ihrerseits die «@baden.ch»-Adressen verwenden kann.

Doch auch über ein Jahr nach dem definitiven Ende des Maildienstes – bis Mai 2015 wurde noch ein Weiterleitungsdienst angeboten – kommunzieren Mitarbeiter der Stadtverwaltung immer noch mit «@baden.ag.ch»-Adressen. «Hat man bei der Stadt für die frei gewordene «@baden.ch»-Adresse nun doch keine Verwendung, wäre die Abschaltung also gar nicht nötig gewesen?», fragte das «Badener Tagblatt» bereits vor einem Jahr.

Daniel Stoeri, Leiter Informatik bei der Stadt Baden, klärt auf: «Wir werden die Mail-Adressen voraussichtlich im Laufe des 2. Quartals im Rahmen einer grösseren Anpassung unserer Mailinfrastruktur umstellen.» Selbstverständlich würden Mails an die alten «baden.ag.ch»-Adressen dann an die neuen Adressen weitergeleitet.

Mail-Affäre beschäftigte Politik

Die Mailaffäre erreichte vor zwei Jahren gar die politische Bühne, als Einwohnerrat Fritz Bosshardt (team) ein Postulat beim Stadtrat einreichte, mit dem er diesen aufforderte, den kostenlosen Mailservice weiterzuführen. «Diesen Dienst beurteilen wir als eine moderne, innovative und einzigartige Idee, die es den Einwohner ermöglicht, ihre Verbundenheit mit Baden in die Welt zu tragen», lautete die Begründung damals.

Doch der Stadtrat hatte dafür kein Gehör. Insbesondere verneinte er die Möglichkeit einer Doppelnutzung durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Private. «Die bestehende Mail-Infrastruktur der Verwaltung befindet sich in einem geschützten Kommunikationsbereich; das verhindert, dass Freemail-Nutzer und Verwaltung die gleiche Mail-Domäne nutzen.»

Zwar bot die Spanischbrödlizunft mit der kostenlosen «@cantonbaden.ch»-Adresse einen Ersatz an. Doch der ganz grosse Ansturm sei ausgeblieben», wie Brödlimeister Bernhard Schmid vor einem Jahr sagte.

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