Baden
Nun ist das Merkker so alt wie seine Besucher

Das Kulturlokal Merkker wird an diesem Wochenende 17 Jahre alt. Der damaligeJugendarbeiter und die ersten beiden Musiker erinnern sich.

Daniel VIzentini
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Auszüge aus dem Archiv: Sowohl Aargauer ...

Auszüge aus dem Archiv: Sowohl Aargauer ...

Die heutigen Merkker-Besucher waren damals noch nicht geboren – oder lagen noch in den Windeln: Anfangs der 90er-Jahre verloren die Badener Jugendlichen ihr Jugendhaus im Kornhaus an der Kronengrasse. Etwa vier Jahre lang stand es um die städtische Jugendarbeit still, bis Hansueli Ruch dort seine Stelle antrat. «Wir hatten die Aufgabe, etwas Neues aufzubauen», sagt der heute 58-Jährige, der 18 Jahre lang in der Stadt gearbeitet hat. «Die Jugendlichen wollten kein typisches Jugendhaus, sondern eine Jugendbeiz, in der auch Anlässe stattfinden konnten.» 300 Junge gingen Ende 1994 dafür auf die Strasse und demonstrierten. Im Februar 1995 besetzten 400 Jugendliche als Protest das Stadtcasino.

Der Kampf lohnte sich: Am Samstag, 23. Februar 1996, fand der erste öffentliche Anlass im «Merkwürdig», das später in «Merkker» unbenannt wurde, statt. Aufgebaut hatten es die Jugendlichen selber, gemeinsam mit den Bauarbeitern. Dies vor allem um das knappe Budget 480 000 Franken einhalten zu können. Das Mitgestalten war aber auch gewollt: «Wir wollen kein Trend-Schuppen sein», sagte Ruch damals dem Badener Tagblatt. Er wird wehmütig, wenn er heute an die Zeit zurückdenkt. «Das Merkker ist ein wenig mein Kind – auch wenn ich nicht der einzige Vater bin.»

Der Erfolg übertraf die Erwartungen und brachte auch erste Herausforderungen mit sich, vor allem im Zusammenleben mit Vermieter und Nachbarn. Mit den Jahren wuchs aber die gegenseitige Akzeptanz. «Die Verwaltung wurde gutmütiger und wir wurden professioneller.» Heute geniesse das Merkker einen sehr guten Ruf. «Ich hoffe, dass das Nachfolgeprojekt gut zustande kommt.»

Den ersten Auftritt im Merkwürdig hatten zwei heute in der nationalen Szene bestens bekannte Badener Musiker: Philippe Kuhn am Klavier und Adrian Stern an der Gitarre. Am Mittwochabend spielten die beiden damals 21-Jährigen beim Eröffnungsapéro. «Das Merkwürdig wurde der Ort, an dem wir den Abschluss unserer Jugend verbrachten», sagt Stern, der später sein erstes Solo-Album trotz schweizweiter Tournee mit einem Konzert im Merkker getauft hat. «Im Merkker fühlte ich mich zuhause.» Philippe Kuhn: «Jedes Mal, wenn ich am Merkker vorbeilaufe, schaue ich hinüber und freue mich, dass dort immer noch so viel läuft.» Er bestätigt den guten Ruf des Merkkers bei den Jugendlichen und in der Öffentlichkeit. «Ich hoffe, dass diese Erfolgsgeschichte weitergeführt wird.»

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