Baden
Nur ein Manager für Historisches Museum und die Langmatt?

Die gemeinsame Führung des Historischen Museums und der Langmatt soll geprüft werden. Beide Museen sind auf der Suche nach einer neuen Führungsperson. Ein neuer Posten soll die Synergien der Häuser untereinander nutzen.

Manuel Bühlmann
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Das Historische Museum und das Museum Langmatt sind zwei eigenständige Institutionen mit voneinander unabhängigen Leitungen. GLP-Einwohnerrat Sander Mallien setzt nun ein Fragezeichen hinter die gegenwärtige Lösung: In einem Postulat fordert er den Stadtrat auf, zu prüfen, ob eine engere Zusammenarbeit der beiden Museen sinnvoll und umsetzbar wäre. Mallien möchte konkret wissen, ob die operative Leitung der Museen zusammengelegt und beide Häuser administrativ wie auch rechtlich zusammengefasst werden könnten.

Ein günstiger Zeitpunkt

Der Zufall hat den GLP-Politiker auf die Idee für das Postulat gebracht. In der Einwohnerratssitzung habe er erfahren, dass Leiterin Barbara Welter das Historische Museum verlässt. «Ein günstiger Moment, um über die Bücher zu gehen», sagt Mallien, «weil gleichzeitig auch die Langmatt auf der Suche nach einer neuen Führungsperson ist.»

Dabei schwebt ihm vor, den Posten eines Kunsthistorik-Managers zu schaffen, der sich insbesondere um den organisatorischen und finanziellen Bereich kümmern und dafür sorgen soll, dass die Synergien der Häuser untereinander genutzt werden. Wie genau das Profil einer solchen Führungsperson aussehen soll, müsse zuerst noch geklärt werden, sagt Mallien. Wichtig ist ihm vor allem eines: «Sie muss Managementerfahrung mitbringen.» Unterstützung durch Fachspezialisten ist für ihn eine prüfenswerte Option. Auf längere Sicht regt der GLP-Einwohnerrat zudem an, zu prüfen, ob andere Institutionen wie der Kunstraum oder das Gluri Suter Huus ebenfalls stärker eingebunden werden könnten.

Primäres Ziel seines Postulats sei es nicht, Geld zu sparen, sagt der Mallien. Vielmehr gehe es ihm darum, die finanziellen Mittel effizienter einzusetzen. «Im Idealfall lässt sich dabei auch etwas Geld sparen.»

Weniger Stellenprozente

Bis anhin waren die beiden Museumsleiter in Teilzeitpensen von 70 Prozent im Melonenschnitz und 80 Prozent in der Langmatt angestellt. Wie viele Stellenprozent für eine neu organisierte Führung nötig wären, lässt Mallien offen. «Sicher nicht halb so viele Stellenprozente, aber vermutlich etwas weniger als heute.»

SP-Stadträtin Daniela Berger äussert diesbezüglich ihre Zweifel: «Die beiden Häuser sind derzeit personell nicht überbestückt.» Ausserdem wiesen beide ein gutes Management auf, was externe Gutachten bestätigten. Der Stadtrat werde das Postulat aber eingehend prüfen. «Die Frage muss gestellt werden, ob sich Kosten und Nutzen bei einer Zusammenlegung positiv auswirken würden.» Nur schon die inhaltlich völlig unterschiedlichen Ausrichtungen der Museen erschwere ihrer Meinung nach eine personelle Zusammenlegung. Sander Mallien hingegen glaubt, dass die beiden Museen sich inhaltlich durchaus überlappen würden.

Die Stelle des Direktors im Museum Langmatt ist bereits ausgeschrieben worden; die Bewerbungsfrist lief am 15. September ab. Dies ist sich auch Mallien bewusst: «Der Zeitpunkt des Postulats ist zwar relativ spät, aber noch nicht zu spät.» Wenn schon rekrutiert werde, sei nun der geeignete Moment, um kurz innezuhalten und das Stellenprofil anzupassen. Stadträtin Daniela Berger teilt diese Einschätzung nicht: «Ich persönlich finde es zu spät.» Um die Ideen umzusetzen, wäre eine grössere und zeitaufwendige Umstellung nötig. «So lange können die Häuser nicht ohne Leitung sein.»

Stiftung Langmatt ist unabhängig

Ein anderes Problem ortet Daniela Berger in der Tatsache, dass die Langmatt nach wie vor eine unabhängige Stiftung ist. «Nach der Prüfung von unserer Seite müsste auch der Partner – also die Stiftung – einverstanden sein.» Dem ist sich auch Sander Mallien bewusst. Da die Stiftung jedoch mit der Einwohnergemeinde Baden bereits heute eng verstrickt sei, ist Mallien der Meinung, dass der Stadtrat «Einfluss nehmen kann, wenn er will». Der Stadtrat wird in den kommenden Wochen über das eingereichte Postulat beraten.